Großer Kampf um den Mescheder Weltpokal

Die zweite Auflage des Mescheder Weltpokals stellte die Premiere aus dem letzten Jahr nochmals in den Schatten. Rund 100 Aktive und zahlreiche Zuschauer sorgten für den würdigen Rahmen einer inklusiven Fußballschlacht. Mit der Torfabrik, Schülerinnen und Schülern sowie der Lehrerschaft des Städtischen Gymnasiums und mit den Bediensteten der Stadt Meschede nebst Bürgermeister Weber.

Im Vergleich zur spaßigen Erstauflage vor exakt 1 Jahr wurden organisatorisch nochmal ein paar Schüppen draufgepackt: noch mehr Aktive, eigene Trikots für jedes Team, mehr Sponsoring, mehr Kuchen und ein dreimal so großer Weltpokal lockten zum inklusiven Fußballturnier auf das Mescheder Dünnefeld. Unter Federführung des Kreissportbundes, des SSV Meschede und des Städtischen Gymnasiums stürzten sich auch wieder 25 Torfabrikanten ins Getümmel. Gespielt wurde mit 8 Teams auf zwei Platzhälften, so dass die Tore wie am Fließband und in jedem Augenwinkel fielen. Bürgermeister Weber, am Vortag erst von seinem Volk für weitere 5 Jahre wiedergewählt, konnte seinen Triumphzug sportlich nicht fortsetzen. Ihm blieb nur die Übergabe des Pokals an das Siegerteam "Black Pirates" rund um Torfabrik-Urgestein Ingo "Der Ewige" Gebhardt (57) und Jungspund Kevin Edeler (18). 

 

Schülerinnen und Schüler des Städtischen Gymnasiums haben diesen tollen Tag dabei mit der Kamera begleitet und einen hammerharten Bericht gedreht, der richtig professionell gemacht ist und an mancher Stelle in seiner unverblümten Authentizität so richtig schön das Herz erwärmt. Die Torfabrikanten waren jedenfalls sehr stolz, als Interviewpartner und Protagonisten dieses Berichts agieren zu dürfen. Anschauen lohnt sich und Städtis rule!

 

Des Weiteren machen wir es uns einfach und übernehmen an dieser Stelle einfach die Sportberichterstattung der Stadt Meschede und danken Dorothee Hüster für den netten Bericht zum Mescheder Weltpokal. Der geht so:  

 

Bei bestem Spätsommerwetter wurde es am Montag, 15. September, richtig sportlich in Meschede: Im Dünnefeld-Stadion ging das 2. Mescheder Weltpokal-Turnier über die Bühne – unter dem Motto „Ein schönes Tor versteht jeder“. Zwischen 12 und 17 Uhr verwandelte sich das Stadion in einen Treffpunkt voller Begeisterung, Spielfreude und Gemeinschaft.

 

Organisiert wurde das Turnier vom Kreissportbund, dem Gymnasium der Stadt Meschede, der Torfabrik Meschede, dem SSV Meschede und der Kreis- und Hochschulstadt Meschede. Mit dabei waren Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte des Gymnasiums, Mitglieder der Torfabrik, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung, Ratsmitglieder, Bürgermeister Christoph Weber und viele weitere Unterstützer:innen – alle gemeinsam haben das inklusive Großereignis zu einem besonderen Erlebnis gemacht. Für das leibliche Wohl war ebenfalls gesorgt: Würstchen, Kuchen und jede Menge gute Laune!

 

Acht Teams kämpften auf dem Spielfeld um jeden Ball und sorgten für packende Duelle. Nach den Vorrundenspielen ging es direkt in die Platzierungsspiele, bevor das große Endspiel zwischen den Black Pirates und den Tollen Enten anstand. In einem spannenden Finale sicherten sich die Black Pirates den Titel des Weltpokalsiegers 2025.

 

Doch nicht nur auf dem Spielfeld wurde gefeiert: Die Zuschauer:innen feuerten die Teams mit Herzblut an und trugen so maßgeblich zu einer Atmosphäre bei, die das Turnier zu einem echten Fest des Miteinanders machte. Ein großer Dank geht an die Sponsoren Sparkasse Mitten im Sauerland, Lions-Club Meschede, Foto Sonntag, Busunternehmen Knipschild, Sport Pilz sowie an das Deutsche Rote Kreuz Meschede für ihre tatkräftige Unterstützung. Dank ihnen konnte das Turnier in diesem Rahmen stattfinden und allen Beteiligten ein unvergessliches Erlebnis bieten.

 

 

Meckerecke: Die ausbleibende Freistellung

 

Glück gehabt, dass an diesem Montag, 15.September in einem Großteil der Behindertenwerkstätten zufällig eine Fortbildung stattfand und die Torfabrikanten eh frei hatten. Denn auch wie im letzten Jahr möge man nicht glauben, dass die Werkstätten ihre Beschäftigten für einen halben Tag freistellen, damit sie als Botschafter ihrer eigenen Sache für Inklusion werben dürfen. Es wird ihnen lediglich unbezahlter Urlaub gewährt. Bei einem Stundenlohn von rund 1,50 Euro ist das natürlich zu verschmerzen, könnte man da denken. Auch deshalb geht es bei dieser Frage ums Prinzip!

 

Niemand will, dass die Leute fürs Fußballspielen freigestellt werden. Da kommen aber die Stadt Meschede, die Kommunalpolitik, eine Schule mit 700 Schülerinnen und Schülern samt Lehrerkollegium, ein Sportverein mit 1.800 Mitgliedern, der Kreissportbund, honorige Sponsoren und Ehrenamtliche zusammen, um ein Zeichen für Inklusion zu setzten - und wer da nicht unkompliziert dran teilnehmen darf, sind die Menschen mit Behinderungen selbst.

 

Das Ärgernis rund um die ausbleibende Freistellung unserer Spielerinnen und Spieler geht also weiter. Dabei haben wir alles gegeben. Doch trotz Erlass des LWL und unserer Intervention bei Ministerpräsident, Sozialministerium, Bundestagsabgeordneten und Behindertenbeauftragten ist nix passiert.

 

Interessant dabei: die paar wenigen Torfabrikanten, die auf dem ersten Arbeitsmarkt sind, haben diese Probleme nicht. Deren Arbeitgeber waren wieder ALLE bereit, ihre Mitarbeiter für dieses "kooperative Netzwerk-Event mit klarem Inklusionsbezug" freizustellen. Und bei denen fehlen die Leute wirklich im Arbeitsprozess. Anders als in den Werkstätten. Viele Torfabrikanten klagen, dass ihre Werkstätten kaum Arbeitsaufträge und genug für sie zu tun haben. Viele sitzen offenbar rum und "malen Mandalas oder spielen Mensch-Ärger-Dich-Nicht", um eine Spielermutter zu zitieren.

 

Das Problem einer ausbleibenden Freistellung bezieht sich dabei beileibe nicht nur auf die Teilnahme diesem besonderen Inklusionsturnier, sondern galt auch schon für den Besuch von Ministerpräsident Wüst und für die Teilnahme am Internationalen Protesttag für Menschen mit Behinderungen. Denn eigentlich wäre es so gewesen: Wenn die Torfabrikanten nicht bereit wären, sich Urlaub zu nehmen, dann hätte der Ministerpräsident niemanden angetroffen und hätte selbst ein Mandala ausmalen können.

 

 

Es macht den Eindruck, dass die Teilnahme an solchen Veranstaltungen möglichst verhindert werden soll. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Vielleicht würden Menschen mit Behinderungen dort ja gegen ihre eigenen Arbeitgeber protestieren. Wir haben fertig.