Die Torfabrik trifft DFB-Präsident Bernd Neuendorf

Fußball-WM 2034 in Meschede! Pille Bartsch in die Nationalelf! Die Forderungen waren kühn, doch der eingeschlagene Weg zum Fußballolymp ist zu schmal für große Kompromisse. Denn: wann darf man als Vertreter des einfachen Fußballvolkes schon mal mit dem DFB-Präsidenten diskutieren. Diese Gelegenheit hatten wir jetzt.

Von links nach rechts: Arnsbergs Bürgermeister Ralf Paul Bittner, DFB-Präsident Bernd Neuendorf, der Bundestagsabgordnete Dirk Wiese, Moderator Andreas Melliwa, Torfabrik-Trainer Sebastian Nöckel, Laura Stein und Lea Brust vom TuS Oeventrop, sowie der Staffelleiter der Bezirksliga Michael Ternes

Die bunt gemischte Fußballbasis war ins Vereinsheim des TuS Oeventrop gekommen, um einer Podiumsdiskussion mit DFB-Präsident Bernd Neuendorf beizuwohnen, Eingeladen hatte Torfabrik-Langzeitfan und Bundestagsabgeordneter Dirk Wiese, Fraktionsvize der SPD und im Nebenjob Torhüter vom FC Bundestag. Die Spielerinnen und Spieler der Torfabrik gingen in den ersten Sitzreihen in Stellung, der Trainer wurde auf dem Podium platziert.

 

Dort saß auch Bezirksliga-Staffelleiter Michael Ternes als Spielleiter der "Bundesliga des Sauerlandes". Michael berichtete von den heimischen Sportplätzen, von Problemen in der Schiedsrichtergewinnung, Gewaltausbrüchen auf und neben dem Fußballfeld und machte deutlich, was man dagegen tun muss. "Miteinander reden, am besten schon im Vorfeld", lautet sein Rezept für einen gelingenden Spielbetrieb.


Laura Stein und Lea Brust vom TuS Oeventrop vertraten den Jugend- und besonders den Frauenfußball. Seit vielen Jahren ist da der TuS Oeventrop der Leuchtturm im Hochsauerland. Laura und Lea berichteten eindrücklich davon, wie es engagierte Ehrenamtliche an ihre Grenzen bringt, wenn durchgeknallte Fußballväter ausrasten und vor ihren Töchtern eine Schlägerei auf dem Spielfeld anzetteln wollen. Dass das Ehrenamt nicht nur gefördert, sondern auch geschützt werden muss, sollte da jedem klargeworden sein. Ein konsequentes Vorgehen gegen Gewalt ist wichtig - in jedem Verein und in jeder Liga.

 

Moderiert wurde die Veranstaltung von Andreas Melliwa. Der alte Reporterfuchs hatte natürlich längst spitzgekriegt, dass sich die Torfabrik kurzfristig um die Ausrichtung der WM 2034 beworben hatte. Damit ist Meschede als WM-Austragungsort der einzig verbliebene Konkurrent zur religiösen, erdölabhängigen Monarchie in Saudi-Arabien. Nach dem Rückzug Australiens habe man zwei Stunden vor Ablauf des Interessenbekundungsverfahrens der FIFA noch schnell einen Post bei Facebook abgesetzt. Die Zustimmung der Funktionäre wolle man sicherstellen, indem man Präsentkörbe mit Doppelkorn und Sauerländer Schinken in die FIFA-Zentrale nach Zürich schicke. "Das sollte wohl reichen", so der Trainer.

 

Zur aktuell laufenden Investorensuche der DFL warf der Coach einen Blick auf den letzten verbliebenen Investor-Kandidaten, die Beteiligungsgesellschaft CVC aus Luxemburg. Einer deren größten Anleger ist der Saudische Staatsfonds PIF. "Damit lasst ihr den Scheich durch die Hintertür ins Stadion", wandte er sich an den Präsi und prophezeite, dass der deutsche Fußball in absehbarer Zeit wohl auch die 50+1-Regel fallen lassen werde. Man lasse sich auf ein "Rattenrennen" mit der englischen Premiere League und der spanischen LaLiga ein, dass man weder gewinnen kann, noch gewinnen muss. Der Coach sieht das Problem eher in einem sich ankündigenden Vereinssterben im Amateurfußball als darin, dass man in der Bundesliga keine dreistelligen Millionenbeträge an Ablösesummen bezahlen kann.

 

Den Faden nahm Moderator Andreas Melliwa später nochmal auf und kam auf den Starspieler der Torfabrik Meschede, Peter "Pille" Bartsch, und etwaige Parallelen zu Cristiano Ronaldo zu sprechen. Der Trainer bekundete, wie stolz er sei, einen Mann wie Pille in seinem Team zu haben. Der stehe seit 25 Jahren jeden Montag beim Training, habe zwar noch nie ein Ligator geschossen, sei aber unverzichtbar und ein Musterbeispiel für Vereinstreue und Fußballleidenschaft. Kein Fan müsse Angst haben, dass er jemals den Verein wechseln werde. Der Trainer berichtete dabei auch von einem Gehaltsvergleich, den er spaßeshalber mal angestellt hatte und rechnete ihn der Runde vor. Ausgehend von Cristiano Ronaldos Jahresverdienst bei Al-Nassr - ohne Berücksichtigung seiner in Briefkastenfirmen durchgewaschenen Werbeeinnahmen - lässt sich unter Annahme von Pilles Stundenlohn als Beschäftiger der Caritas-Werkstatt in Höhe von 1,46 Euro festhalten: Pille müsste sein ganzes Berufsleben lang arbeiten, um das zu verdienen, was Herr Ronaldo in nur 1 Stunde bekommt. Oder anders: Pille müsste 74.074 Jahre zur Arbeit gehen, um 1x das Jahresgehalt von Herrn Ronaldo zu verdienen.

 

Es ist davon auszugehen, dass Bernd Neuendorf diese - mehr oder weniger geschickt verpackte - Kritik an den Umtrieben des modernen Fußballs zur Kenntnis genommen hat. Und auch der Bundestagsabgeordnete wird die Forderung nach einer würdigen Bezahlung von Menschen mit Behinderungen in ihren Werkstätten herausgehört haben. Selbstredend brachte der Coach Pille Bartsch bei dieser Gelegenheit dann aber auch noch für einen Startplatz in der Nationalmannschaft und als Hoffnungsträger für die anstehende Europameisterschaft ins Gespräch. "Schöne Grüße an Nagelsmann: ob sich der Musiala da 20 Mal festläuft oder ob Pille vorne drin steht, ist ja wohl ziemlich egal", begründete der Trainer seine Forderung.  "Ich werde es ihm ausrichten", versprach der DFB-Präsident.

Angriff und Verteidigung

Morgens griffen die Torfabrikanten beim traditionsreichen Hallenmasters in Lippstadt die Spitzenplätze an, nachmittags verteidigten sie beim Heimspiel in Meschede gemeinsam mit tausend anderen Leuten die Demokratie. Ein guter Tag!

Perfekt im Zeitplan fuhr die Mannschaft am Bahnhof vor: da warteten schon über 1.000 Meschederinnen und Mescheder, ausgestattet mit Plakaten und Transparenten. So stellt sich eine Fußballmannschaft ihren Empfang bei der Heimkehr von einem erfolgreichen Wettkampf vor!!! Mit dem Pokal unterm Arm wurde die Demo vom "Mescheder Bündnis für Demokratie und Solidarität" kurzerhand zur torfabrikalischen Siegesparade umfunktioniert. Bereits zum zweiten Mal binnen weniger Tage traf man sich, um gemeinsam gegen Rechtsextremismus und Rassismus zu demonstrieren. Ehrensache, dass auch unsere Mannschaft dabei war. Seit einem Vierteljahrhundert schon ist die Torfabrik Meschede eine eingesprungene Fluggrätsche gegen Ausgrenzung und Vorurteile - mit 25 Metern Anlauf und hüfthoch ausgeführt.

Doch zum Sportlichen: am Morgen war man in der Mauritzhalle in Wadersloh zu Gast, wo die WfB Lippstadt alljährlich ihr hochkarätig besetztes Hallenturnier veranstaltete. Zu diesem Anlass stellte das Trainerteam eine topmotivierte Mannschaft aus alten Recken und ehrgeizigen Talenten zusammen. Rechtzeitig von einer Schulterverletzung genesen bestritt Starspieler Pille Bartsch seinen ersten Wettkampfeinsatz des Jahres. Pille war hochmotiviert und zeigte eine starke Laufleistung. Nur ein Treffer blieb ihm bei seiner Rückkehr leider mal wieder versagt. Angeführt wurden die Torfabrikanten von Altmeister Matthias Willmes als Kapitän. Im Sturm wurde Benny "The Wolf" Wulf platziert, dahinter rannte sich Björn Franke die Lunge aus dem Leib. Als Abwehrchef bot man "Leuchtturm" Kevin Fosu auf, der die Bälle stets magnetisch anzieht und notfalls auch eine Kiste Cola aus dem Strafraum köpfen würde.

Da im Tor "Doktor" Tim Schröder ausfiel, nahm Yuki Leitner dessen Position zwischen den Pfosten ein, dafür rückte kurzfristig noch Terry Niedermeier in den Kader. Yuki und Terry, beide wurden die Garanten für den Erfolg. Obwohl in der Abwehr aufgeboten, erzielte Terry sämtliche Treffer seines Teams, allesamt durch wuchtige Fernschüsse. Im Tor erwies sich Yuki Leitner als Glücksgriff, der seiner Mannschaft mehrmals in entscheidenen Spielphasen die Punkte sicherte und tolle Paraden zeigte. Darüberhinaus setzte man auf weibliche Attribute wie Kampfkraft und Härte: mit der spielstarken Lena Seemann wurde die rechte Außenbahn bestückt, während Kimberly Böse jedem Ball hinterherging und sich mutig in die Zweikämpfe schmiss. Kimberlys erster Einsatz nach einjähriger Verletzungspause darf getrost als das große Comeback des Tages betrachtet werden. Mit der dritten Frau im Bunde bot man in der Abwehr die kompromisslose Carina Brand auf, die keine Gefangenen machte und alles wegverteidigte, was an Angriffswellen auf die Defensive der Torfabrik zurollte.

 

Am Ende war es äußerst knapp und die Torfabrik verpasste den Platz auf dem Treppchen nur um Haaresbreite. Trotzdem ist ein 4.Platz im Gesamtklassement aller Ehren wert und mehr als man sich im Vorfeld ausgerechnet hatte. Zwei Siege, drei Unentschieden und nur eine einzige Niederlage gegen den späteren Turniersieger Lüdenscheid sind eine ausgezeichnete Bilanz. Besonders aber die Art und Weise wie die Mannschaft spielte, kämpfte und auch abseits des Platzes harmonierte stand über jeder sportlichen Platzierung. Nach der Siegerehrung sputete man sich, um rechtzeitig zum Beginn der "Siegesparade" wieder in Meschede zu sein. Ein Umzug mit Pokal und über tausend Leuten - ein Fußballtraum ist wahr geworden! Von einem undankbaren vierten Platz kann da nun wirklich keine Rede sein.

 

Die Ergebnisse

Torfabrik Meschede - Karthaus Kicker Dülmen 1:1

Torfabrik Meschede - Herforder Werkstätten 1:0

Torfabrik Meschede - Don-Bosco-Schule Lippstadt 2:1

Torfabrik Meschede - WfB Lippstadt (1) 1:1

Torfabrik Meschede - WfB Lippstadt (2) 0:0

Torfabrik Meschede - ISG Lüdenscheid 0:2

Torfabrik siegt im Sauerlandderby

Mit einem Derbysieg startet die Torfabrik Meschede ins neue Jahr und gewinnt das erste Duell mit der neugegründeten Mannschaft vom TuS Sundern mit 4:2. Neben Ruhm und Ehre gab es beim 1.Röhrtal Charity Cup auch ein Wiedersehen mit einigen ehemaligen Spielern.

 

Die Premiere des Röhrtal Charity Cups vom TuS 1886 Sundern kann man getrost als überragenden Erfolg bezeichnen: fünf Tage lang Fußball total, rund 1.600 aktive Fußballerinnen und Fußballer und das erste Turnier im Hochsauerlandkreis, das auf einem Kunstrasen stattfand. Neben der Mühe, die man sich beim TuS Sundern damit machte (allein das Verlegen des Kunstrasens dauerte drei Tage), überzeugte der Röhrtal Charity Cup auch mit seinem Wohltätigkeitsgedanken. Satte 10.000 Euro wurden an Preisgeldern bzw. Spenden für caritative Zwecke eingesammelt und verteilt.

 

Eine begeisterte Tribüne, fairer Fußball, große Emotionen und über all dem stand das Motto „Für Toleranz – Gegen Rassismus“. Keine Frage also, dass die Torfabrik die Einladung zu einem Einlagespiel sofort annahm. Auch wenn das Spiel nur zweimal 10 Minuten dauerte, durfte man sich diese Gelegenheit natürlich nicht entgehen lassen und so gehörte den Kickern der Torfabrik und des TuS Sundern III vor gut gefüllten Zuschauerrängen die ganz große Bühne. Wer nicht dabei sein konnte, genoss den formidablen Service, sich das Match via Livestream im Internet anschauen zu können. 

 

Natürlich war man auf Seiten der Torfabrikanten gewarnt: mit Basti Bach, Tim Sölken, Jan van Horn und Steven Schulz standen gleich vier ehemalige Spieler im gegnerischen Team, um deren Qualität und Stärken man nur allzu gut wusste. Ungewöhnlich dabei: die Torfabrik hat die Wechsel ihrer verdienten Spieler selbst lanciert. Die genannten Strategen wohnen mittlerweile in Sundern und da ist es sicherlich besser und einfacher, wenn sie vor Ort spielen können, als jede Woche zum Fußballspielen bis nach Meschede gurken zu müssen. Auch wenn der Verlust dieser besonderen Spielertypen natürlich schwer wiegt. Zu diesem Kreis gehört eigentlich auch Wirbelwind Lena Seemann, die sich aber - zur Freude der Torfabrikanten und ihrer Fans – in diesem Match doch nochmal das schwarz-rote Trikot überstreifte. Dass sich der TuS und die Torfabrik mit Lena sogar eine Spielerin „teilen“, ist dabei ein Zeichen für das gute Verhältnis beider Teams. Andererseits ist es aber auch der Beleg dafür, dass in der Brust von manchen Aktiven durchaus auch zwei Fußballerherzen schlagen können und dürfen. Mit dem TuS Sundern und seinen Verantwortlichen hat sich im vergangenen Jahr vielmehr ein reger und wertschätzender Austausch entwickelt. Insofern war es im Vorfeld dieses ersten Aufeinandertreffens vonnöten, einige humorige „Giftpfeile“ von Sundern nach Meschede und zurück zu schießen, um die notwendige Derbystimmung anzuwürzen.

 

Nun zum Spiel: Kompakt stehen und eiskalt die notwendigen Nadelstiche setzen, lautete die Devise der Torfabrik, die voll aufging. Die Mannschaft legte los wie die Feuerwehr. Bereits in der 1.Spielminute gelang Kevin Edeler der Führungstreffer. Auch das 2:0 ließ nicht lange auf sich warten und wurde ebenfalls von Kevin geknipst. Nach einem eher halbherzigen Klärungsversuch gelang dem TuS noch vor der Halbzeitpause der verdiente Anschlusstreffer. Der einsetzende Jubelsturm auf der Tribüne machte deutlich, dass logischerweise und besonders dem TuS III die Sympathien der Zuschauer gehörten. So spielte man in der zweiten Halbzeit nicht nur gegen einen hochmotivierten Derbygegner, sondern auch gegen die Mehrheit der Fans, was weiterhin Spannung versprach.

 

Nach der Pause und einigen munteren Wechselspielchen schlug dann die große Stunde von Johnny Eblenkamp, der das 3:1 und das 4:1 für seine Farben erzielte. Damit war der Käse gegessen, auch wenn Ex-Torfabrikant Timmy Sölken in der letzten Spielminute gewohnt schlitzohrig noch auf 4:2 verkürzen konnte und dies zur Begeisterung der Tribüne mit einer einstudierten Jubelchoreographie abfeierte. Erwähnt sei, dass der Sieg der Torfabrik noch höher hätte ausfallen können. Allerdings wurde nicht mehr jeder Angriff mit der letzten Konsequenz ausgespielt. Oder man scheiterte an den sensationellen Paraden des TuS-Keepers, der denkbar spektakulär und wagemutig ein halbes Dutzend hundertprozentiger Chancen zunichtemachte.

 

Würdiger hätte die Premiere dieses neuen Sauerlandderbys nicht sein können und beide Clubs freuen sich schon jetzt auf die Fortsetzung. Die ist bereits terminiert. Am 30.Mai 2024 treten beide Teams erneut gegeneinander an – und dann wird’s nochmal eine Nummer größer! In Oeventrop bestreiten die Torfabrik und der TuS Sundern das Vorspiel zum Benefizmatch der Traditionsmannschaften von Borussia Dortmund und Schalke 04. Mit 2.500 verkauften Eintrittskarten ist die Kampfbahn schon nach wenigen Tagen restlos ausverkauft gewesen.

 

Der Kader der Torfabrik: Pat Franke (Tor), Yuki Leitner (Tor), Daniel Pilgram, Lars Klauke, Carina Brand, Lena Seemann, Björn Franke, Peter Mevi, Arak Reimann, Kevin Edeler, Johnny Eblenkamp, Terry Niedermeier

 

 

 

Jahresrückblick

Auch im Jahr ihres 25-jährigen Bestehens hat die Torfabrik Meschede - sportlich betrachtet - mal wieder keine Bäume ausgerissen. Aber die wachsen ja auch eher neben dem Spielfeld. Und dort haben die Torfabrikanten so ziemlich alles abgeholzt, was auf dem gesellschaftlichen Parkett möglich war. Ein ganzes Jahr lang wurde das Jubiläum gefeiert, das wir in diesem rasanten Jahresrückblick "noch mal Paroli laufen lassen", um es mit Horst Hrubesch zu sagen.
Dass es sportlich schon mal besser lief, da scheißt am Ende der Hund drauf. Wurde das A-Team zwar Vorletzter in der 3.Liga, erspielte sich das B-Team jedoch immerhin die Vizemeisterschaft in der Freundschaftsrunde Westfalen. Wichtig ist ja, dass wir überhaupt Fußball spielen und da hat die Torfabrik wirklich keine Gelegenheit ausgelassen: 34 montägliche Trainingseinheiten, fünf BRSNW-Spieltage mit 22 Matches. Einen Spieltag haben wir im Dünnefeldstadion selbst ausgerichtet. Es gab Hallenturniere, Sportfeste und spektakuläre Freundschaftsspiele gegen die Juniorinnen des SV Brilon (6:2) und die Wildsauelf des FC Remblinghausen (3:18). Ein sportlicher Höhepunkt war das Training mit Proficoach Andreas Zimmermann. Warum Zimbo letztlich die Trainerbank von Zweitligist Eintracht Braunschweig unserem Angebot vorgezogen hat, erschließt sich dem wahren Fußballexperten dabei nicht.
Mit einer als "Pressekonferenz" verpackten Party katapultierte sich die Torfabrik in ihr Jubiläumsjahr. Basisdemokratisch wurde von Spielern und Fans entschieden: die Übernahme des FC Schalke wird aus finanziellen Gründen mehrheitlich abgelehnt. Bei der alljährlichen Wahl des "Offiziellen Teamgetränks" gab es ebenfalls keine Experimente: das Sponsoring der Veltins Brauerei unsererseits wurde verlängert und an diesem Abend mit gezielten Produktkäufen und einer historischen Getränkerechnung besiegelt.
Auf ihren Veranstaltungen begrüßten die Torfabrikanten insgesamt mehrere hundert Gäste. Auf gleich zwei Jubiläumskonzerten wurde Rustikales präsentiert. Im April rockten auf Einladung der Torfabrik "Pace Reload" das Vereinslokal Tröte. Im August war auf unserer großen Jubiläumsgala in der Stadthalle die Andreas Diehlmann Band zu Gast. Außerdem gab es noch ein viertägiges Trainingslager, einen sechstägigen Segeltörn, Fanbus-Touren, die Eröffnung eines bundesligareifen Fanshops, Kinoabend, Kneipenabend, Glühweinabend, aber auch Arbeitseinsätze, Arbeitskreise, Staffeltage, Podiumsdiskussionen, Sponsorentreffen, Pressetermine. Was man als "eigentlich ganz normaler" Fußballverein halt so macht.
Dafür gab's dann auch den Ehrenamtspreis der Stadt Meschede und bei der HSK-Sportgala den Sportsozialpreis der Westfalenpost. Besonders freut es uns, dass wir bei den Aue Kickers in Olsberg und dem TuS Sundern III die Gründung von zwei weiterern Teams für Menschen mit Handicaps in unserer Gegend begleiten durften.
Allen unseren Fans und Freunden und den vielen großartigen Menschen, denen wir in diesem Jahr begegnet sind, die uns unterstützt haben, wollen wir an dieser Stelle nochmals ganz herzlich DANKE sagen. 25 Jahre Torfabrik Meschede... to be continued!

Jubel über 6:2-Erfolg

Warum gehen die Leute zum Fußball? Weil sie nicht wissen, wie es ausgeht. Was aber dabei rauskommen würde, wenn man 28 Spielerinnen und Spieler der Torfabrik Meschede gegen die U17-Damenmannschaft des SV 20 Brilon ins Rennen schickt, war - unabhängig vom Ergebnis - bereits im Vorfeld klar: ein Riesenspektakel mit vielen Toren.

"Inklusion einfach einfach machen", lautet das Credo der Torfabrik. Zwei Tore, ein Ball und dann lass gehen, Kapelle! Dabei stand der Torfabrik Meschede zum Abschluss ihres Jubiläumsjahres ein ziemlich ungleiches Duell ins Haus. Auch wenn bei der Torfabrik das Zusammenspiel von Männern und Frauen seit jeher vollkommen selbstverständlich ist, hatte dieses Match gleich mehrere Unbekannte. Denn für die B-Juniorinnen des SV 20 Brilon war es das erste Spiel überhaupt, das sie gegen eine andere Mannschaft absolvierten. Und dann ging's gleich gegen unsere wilde Bande. Die 16 Spielerinnen hatten dabei nicht nur mächtig Bock auf Fußball, sondern brachten auch die notwendige Portion Offenheit und Stimmung mit.

 

Im Juni lud der SV Brilon zu einem ersten Training ein, seit August spielt das Team erst regelmäßig zusammen. Eine Anmeldung für den regulären Ligabetrieb soll alsbald erfolgen. SVB-Coach Finn Brandt, Landesligaspieler in der Ersten und allererster Bundesfreiwilliger seines Vereins, leistet dabei also gleich in mehrfacher Hinsicht Pionierdienste. Gemeinsam mit Torfabrik-Trainer und Taktikfuchs Felix Willmes wurde die Idee zu diesem Spiel ausgeheckt und umgesetzt. Dabei waren die Torfabrikanten gewarnt, die Gegnerinnen nicht zu unterschätzen. In einem baugleichen Spiel gegen die C-Juniorinnen der Wildsau-Elf vom FC Remblinghausen setzte es im Februar noch eine epische 3:18-Niederlage. Eine solche Schmach galt es zum Abschluss der Feierlichkleiten zum 25-jährigen Bestehen unbedingt zu vermeiden.

 

Der Unterschied lag vor allem darin, dass man diesmal den kompletten A-Kader zum Einsatz brachte und Coach Willmes mit seinem taktischen Zauberstab eine gut abgestimmte Mischung mit den Fußballhelden des B-Kaders anrührte. Nach einer längeren Phase des sportlichen Abtastens wurde der Torreigen eröffnet. Eine Stunde lang ging es hoch und runter. Mit Taktiktafel und glücklichem Händchen coachte Felix seine Torfabrikanten zu einem umjubelten 6:2-Sieg. Nach den relativ düsteren Auftritten, die man zuletzt im Ligabetrieb des Behindertensportverbandes hinlegte, gab's dank flottem und gutem Zusammenspiel diesmal einen sportlichen Lichtblick und zufriedene Gesichter bei Mannschaft und Trainerteam.

 

Dem analytischen Betrachter konnte dabei nicht entgehen, dass dieser Sieg jedoch um einige Tore zu hoch ausfiel. Denn die besseren Chancen hatten zweifellos die Damen des SV Brilon. Eine Großchance nach der anderen spielte sich der SVB heraus. Rund zwei Dutzend gute Einschussgelegenheiten wurden verballert oder von den blendend aufgelegten Torleuten Tim Schröder, Junes Beule, Yuki Leitner und Pat Franke zunichte gemacht. Aber auch der Rest der Torfabrikanten sah diesmal gut aus, was nicht zuletzt am neuen Torfabrik-Fanshirt lag, das live und in Farbe von der Mannschaft präsentiert wurde.

 

Die Begrüßung und Verabschiedung der Gegnerinnen übernahm Torschütze und Kapitän Matthias Willmes, der nicht nur - ganz old school - einen Freundschaftswimpel an die Amtskollegin aus Brilon überreichte, sondern als wahrer Gentleman-Kicker auch noch einen Handkuss obendrauf legte. Im Anschluss ließen beide Teams das Spiel bei einem kühlen Getränk nochmals Revue passieren. Besonders erfreulich war auch, dass zahlreiche Schlachtenbummler beider Mannschaften ordentlich Stimmung unterm Hallendach machten und diesem Spiel einen absolut würdigen Rahmen verliehen.

 

Die Versorgung der Spielerinnen, Spieler und Fans mit Getränken und der Umstand, dass wir zwei, drei verdienten Fans, die wenig im Geldbeutel haben, noch ein Fanshirt als vorweihnachtliche Überraschung schenken konnten, verdanken wir übrigens der Firma SGSAqua aus Siedlinghausen, die uns mit einer Spende unterstützt und mitgeholfen hat, dieses Event möglich zu machen.

"Ich kann nicht anders, als diese Mannschaft zu lieben."

Lobeshymnen und Lorbeerkränze erhielt die Torfabrik Meschede in diesem Jahr en masse. Sportlich hingegen lief es für das A-Team in der Regionalliga 3 Westfalen jedoch maximal mies. Da sich die Presseabteilung zu keiner fundierten und wohlwollenden Sportberichterstattung in der Lage sieht, folgt deshalb ausnahmsweise ein Selbsterfahrungsbericht des Trainers.

"Ein Samstagmorgen im November, 6:00 Uhr, der Wecker klingelt. Während sich der durchschnittliche Werktätige an seinem freien Tag noch dreimal rumdreht, raus aus den Federn. Selbstmitleid, zwei Kippen, zwei Kaffee, Klamotten ins Auto, Frau und Kindern auf einem Zettel noch schnell einen schönen Tag gewünscht und dann ab zum Treffpunkt.

 

Da stehen schon 15 Leute mit bester Laune, Gespräche in der Lautstärke einer startenden F16, erste Schlachtgesänge werden gegrölt. Ruhe einfordern. Der Spielmacher und Hoffnungsträger nicht erschienen, dafür aber zwei andere, die gar nicht eingeplant waren. Einer kommt zu spät. Egal. Die Mannschaft in zwei Bullis mit je 8 Sitzplätzen stopfen. Vor dem einen Bulli sammeln sich 11 Leute, vor dem anderen nur 4. Passt nicht, neu sortieren. Zehn Minuten später dann Abfahrt.

 

Eineinhalb Stunden über die Käffer ins sauerländische Outback nach Lüdenscheid gurken. In Visbeck meldet sich die Tankanzeige. Den ausgeliehenen Bulli des Kooperationspartners auf private Kosten betanken. Während der Fahrt reichlich Infos aus dem Liebesleben der Spieler und andere Geschichten aus dem Paulaner-Garten. Kritik bezüglich der Fahrtstrecke. Sorry, Rahmetalbrücke ist gesprengt. Oder soll ich mit dem Caritas-Bulli da jetzt wie Colt Seavers drüberspringen, frage ich.

 

Die Mannschaft ist gut gelaunt. Beim Warmlaufen machen die Ersten schlapp. Erstes Spiel, eine Minute vor Schluss steht es gegen den Tabellenzweiten noch 0:0. Ich brülle: 'Hellwach sein, Leute, hellwach!' Statt den Ball wegzudreschen, folgt ein unmotivierter Querpass durch den eigenen Strafraum direkt zum Gegner. 0:1, Abpfiff, Achselzucken bei der Mannschaft, Verzweiflung im Trainerteam.

 

Flammender Appell vor dem nächsten Spiel. Jetzt gelte es, 'mal die Eier auszupacken'. Gekicher zwar, aber keine Wirkung. Zwei Fernschüsse, zwei Gegentore. 0:2 gegen Lüdenscheid. Nix läuft zusammen. Pässe über zwei Meter kommen nicht an oder verhungern unterwegs. Rechts steht einer frei, Hoffnung. Der Ball wird nach links ins Aus gespielt. Es ist grausam. Im dritten Spiel dann die allererste Torchance. Der Ball geht 5 Meter am 2 Meter breiten Tor vorbei. 0:2 gegen Minden. Das nächste Spiel wird 2:0 gewonnen. Allerdings nur, weil der Gegner aus Ledde nicht angereist ist. Mittlerweile setzen bei 6 Grad Sturm und Nieselregen ein, ich friere wie ein Schneider.

 

Beim 1:4 gegen Lippstadt versuchen wir's mit einer neuen Aufstellung. Die Außenverteidiger verwechseln Rechts und Links. Korrekturbedarf. Zumindest fällt das erste und einzige Tor des Tages. Ich sehe es nicht, weil ich mir gerade einen Kaffee hole. Im letzten Spiel geht's gegen Langenhorst. Die haben bisher auch alles verloren. Wir rechnen uns Chancen auf einen Sieg und ein versöhnliches Saisonende aus. Der Gegner hat exakt 1 Auswechselspieler, wir haben 8. Wir verlieren mit 0:1.

 

Siegerehrung. Als Staffelleiter zuvor westfalenweit Saison und Termine koordiniert, Spielpläne gestaltet, Infos und Formulare versandt und über unseren Sponsor - Zahntechnik Stappert - sogar noch Pokale für alle organisiert. Kraft des mir verliehenen Amtes darf ich die Pokale überreichen. Den ersten Pokal bekommt meine eigene Mannschaft. Sie ist Letzter, freut sich aber trotzdem. Lüdenscheid wird knapp vor Dülmen zum Meister gekürt.

 

Auf der Rückfahrt dann Stau in ganz Lüdenscheid, strömender Regen, Windböen und Aquaplaning auf der Autobahn. Die Scheiben sind beschlagen, es riecht nach nassem Hund. Vielleicht ist es aber auch schon ein Wolf. Trotz Niederlagenserie ist die Stimmung blendend. Bundesligakonferenz im Radio, Schlachtgesänge. All das versuche ich auszublenden, hochkonzentriert manövriere ich die Mannschaft sicher zurück nach Hause.

 

Warum mache ich das eigentlich, habe ich mich während des nunmehr 10-stündigen Einsatzes mehrfach gefragt. Als wir die Abfahrt Meschede nehmen, sagt ein Spieler, der noch nicht so lange dabei ist: "Ich war heute echt nicht gut. Aber durch die Torfabrik habe ich so viele neue Freunde gefunden, das ist einfach geil."

 

Wir fahren stadteinwärts und ich fühle, wie mir ein mildes Lächeln in das gestresste Antlitz fährt. Mein Ärger verfliegt. Ich kann nicht anders, als diese Mannschaft zu lieben, stelle ich fest. Ich weiß genau, dass ich auch mit diesem Scheißtag meinen Frieden machen werde. Während ich das Equipment umlade, haben sich drei Viertel der Mannschaft schon grußlos in alle Himmelsrichtungen verzogen. Ich stehe alleine im Regen. Stille.

 

Wieder zuhause angekommen freue ich mich auf das Spiel des BVB gegen die Bayern. Beim Stand von 0:2 schlafe ich nach 10 Minuten erschöpft auf dem Sofa ein. Kurz wachwerden, als sich die Familie von mir verabschiedet. Da steht es 0:4. Ich schlafe weiter. Nachts um 3 Uhr werde ich wach. Habe geträumt, ich wäre als Gefangener in Nordkorea und hätte einen Termin bei Kim Jong-Un. Dann fange ich an diesen Bericht zu schreiben."

Fuckeln im Sturm

Der zweite Spieltag der Regionalliga 3 Westfalen war ein Wechselbad der Gefühle. Zwei Siege und vier Niederlagen lautet die durchwachsene Bilanz unseres Betriebsausflug nach Minden. Das Positive: der 5.Tabellenplatz konnte gehalten werden und man kämpfte den Tabellenführer mit 1:0 nieder.

Torfabrik Meschede vs. ISG Lüdenscheid 0:3

Direkt im ersten Spiel traf man im Sauerland-Derby auf den befreundeten Erzrivalen aus Lüdenscheid, der sich bereits am ersten Spieltag mit einer runderneuerten und bärenstarken Mannschaft präsentierte. Trotzdem war "Attacke" angesagt. Frühes Stören und hohes Anlaufen wurde verordnet und führte zu drei blitzsauberen Kontern des Gegners und einer deutlichen 0:3-Niederlage. Falsche Taktik.

 

Torfabrik Meschede vs. Lebenshilfe Minden 0:3

Auch im zweiten Spiel gegen den Gastgeber aus Minden hagelte es ein baugleiches 0:3. Die Abwehr ließ sich überrennen und war nicht auf Zack, gute Szenen vor des Gegners Tor wurden leichtfertig vertändelt. immer wieder lief sich die Sturmabteilung fest, viel Stückwerk, wenig Zusammenspiel, keine Doppelpässe und kaum Torabschlüsse. Den Keepern Pat Franke und Yuki Leitner war es zu verdanken, dass es nicht noch schlimmer kam. Lange Gesichter in schwarz-roten Trikots.

 

Torfabrik Meschede vs. WfB Lippstadt 2:0

Im dritten Spiel hatte man sich gegen Lippstadt wieder aufgerappelt und Vieles lief plötzlich besser. Aus 20 Metern schnippelte Halli Hallmann, der "Maradonna aus Sellinghausen", den Ball zum 1:0 in den Winkel des Lippstädter Tores. Was für eine traumhafte Bude! Jungtalent Kevin Edeler setzte kurz darauf mit einem Gewaltschuss den 2:0-Doppelschlag. Kevins erstes offizielles Ligator im Torfabrik-Dress wurde da natürlich richtig abgefeiert. Das Spiel wurde letztlich souverän nach Hause geschaukelt, so dass auch unsere Backups aus der B-Mannschaft, Pille Bartsch und Carina Brand, zu ihren Einsätzen kamen und mithalfen, erfolgreich den Sieg und die Null zu sichern.

 

Torfabrik Meschede vs. Ledder Werkstätten 0:2

Ein 0:2 gegen die Ledder Werkstätten war definitiv nicht eingeplant und bedeute das Schmelzen des bis dato vorhandenen Punktepolsters auf den Gegner aus dem Tecklenburger Land. Wie schon in den ersten beiden Spielen lief wenig bis nichts zusammen. Zu wenig zwingende Aktionen, viele Larifari-Pässe die auf halbem Wege im Rasen stecken blieben. Von Mut und Leidenschaft war wenig zu sehen. Ein farbloser Auftritt. Nichts kommt von selbst und was an der Playstation klappt, funktioniert auf dem echten Rasen meist selten.

 

Torfabrik Meschede - Karthaus Kicker Dülmen 1:0

Was dann gegen den Spitzenreiter aus Dülmen geschah, war darum weitestgehend erstaunlich. Vielleicht lag es daran, dass das Trainerteam einigen potentiellen Topsspielern mal gehörig den Kopf gewaschen hatte. Lange hielt man mit viel Einsatz ein 0:0 und zeigte eine kämpferisch tadellose Leistung. Man spielte mutiger und mit mehr Einsatz. Dann stellte sich auch das Matchglück ein. Arak Reimann, der aus dem Tor in den Sturm beordert wurde, traf mit einem gewaltigen Strahl in die gegnerischen Maschen. In den verbleibenden Spielminuten hielt die eigene Abwehr dicht und der knappe Sieg gegen den Titelkandidaten konnte diszipliniert verteidigt werden.

 

Torfabrik Meschede - Caritas Werkstätten Langenhorst 0:1

Es geht doch noch, dachte man da und wunderte sich erneut. Über die folgende Niederlage im letzten Spiel gegen Langenhorst, in dem schon wieder wenig bis nix zusammenlief. Kam man mal vor des Gegners Tor, wurde angefangen zu fuckeln statt die einfachen Lösungen oder den Abschluss zu suchen. Der direkte Konkurrent um einen gesicherten Mittelfeldplatz setzte sich am Ende knapp, aber verdient mit 1:0 durch. Vier Niederlagen, zwei Siege, die Mannschaften sind in der Tabelle näher zusammengerückt.

 

Das Fazit lautet: Die Trauben hängen doch ganz schön hoch und die Torfabrikanten müssen sich mächtig strecken, um den angestrebten sicheren Mittelfeldplatz zu erreichen. Besonders müssen Kurzpassspiel, Laufbereitschaft und Handlungsschnelligkeit wieder zurück auf den Platz. Sonst könnte es am letzten Spieltag in Lüdenscheid (Samstag, 04.November) zu einem bösen Erwachen am Tabellenende kommen. Trotz dieser sportlichen Achterbahnfahrt waren aber letztlich alle mit sich und einem schönen Ausflug nach Ostwestfalen zufrieden. Die gute Laune ließen sich die Torfabrikanten von der durchwachsenen Bilanz nämlich nicht verderben - und auch das ist stets eine wertvolle Mannschaftsleistung. Es kann nicht immer nur bergauf gehen und damit muss man dann halt auch mal ein, zwei Spielzeiten lang klarkommen.

Torfabrik feiert Vizemeisterschaft

Die Torfabrik Meschede schließt die Saison in der Freundschaftsrunde Westfalen mit der Vizemeisterschaft ab. Ein toller Erfolg in einem wunderbaren Saisonfinale, das fast keinen Makel hatte. Außer vielleicht, dass Pille Bartsch auch nach 22 Jahren immer noch ohne Treffer ist. Zwar standen die Sterne gut, doch seine eisenharte Gegenspielerin Vanessa hatte nichts zu verschenken. Hier unser Bericht über ein schönes Fußballfest, knapp verpasste Chancen, Tore im John-Travolta-Stil und das größte Comeback seit Jesus Christus.

 

Die Sportanlage auf dem Mescheder Dünnefeld und strahlender Sonnenschein an einem spätsommerlichen Septembermorgen boten den perfekten Rahmen für das Saisonfinale der Freundschaftsrunde Westfalen. Auf dem Platz standen neben den Lokalmatadoren der Torfabrik Meschede auch die Herforder Werkstätten, die WfB Lippstadt und der Wertkreis Gütersloh. Die Caritas Langenhorst musste kurzfristig absagen, so dass jede Mannschaft drei Spiele zu absolvieren hatte.

 

Die Partien wurden allesamt von Schiedsrichter Stefan Schau geleitet. Stefan war bis zum Jahresbeginn Torhüter und Kapitän der Torfabrik, ehe eine Schulterverletzung sein Karriereende erzwang. Seine Rückkehr auf den Rasen beging er nun erstmals in Schiedsrichtermontur. Stefan machte seine Sache hervorragend. Eine gelbe Karte wegen Haltens und ein zu pfeifender Handelfmeter zeugen von einer aufmerksamen und souveränen Schiedsrichterleistung, aber auch von einem durchweg fairen Fußballfest.

Torfabrik Meschede – Wertkreis Gütersloh 0:1

 

Im Auftaktmatch ging es direkt gegen den Tabellenführer aus Gütersloh, der ohne Punktverlust einsam an der Tabellenspitze kreisend quasi schon als Meister feststand. Wie schon im Hinspiel ging die Partie mit 0:1 verloren. Auch diesmal hätte das nicht sein müssen. Zwar wurde das eigene Tor stark belagert, trotzdem kam man selbst zu einigen guten Einschussmöglichkeiten, die allesamt der sensationell aufspielende Keeper der Gütersloher zunichtemachte. Ein absoluter Teufelskerl! Für den Wertkreis Gütersloh im Einsatz war ein alter Bekannter: der langjährige Torfabrikant Daniel Bastert lief an alter Wirkungsstätte erstmals für seine neuen Farben auf. Fast auf den Tag genau vor 7 Jahren führte Daniel die Torfabrik an gleicher Stelle noch zum „Wunder vom Dünnefeld“. Sein Comeback feierte der „Fußballgott“, wie Daniel während seiner 10-jährigen Amtszeit als Torfabrik-Kapitän stets gerufen wurde, als umsichtiger und spielstarker Abwehrchef der Gütersloher.

Torfabrik Meschede – Herforder Werkstätten 2:0

 

Von Beginn an ließen die Torfabrikanten wenig Zweifel aufkommen, wer dieses Spiel gewinnen würde. Frühe Attacke und hohes Anlaufen war ihnen vor der Partie vom Trainerteam verordnet worden. Ein Gewaltschuss von Altmeister Peter „El Tren“ Mevi brachte das 1:0, nachdem dieser sich in unnachahmlicher Manier durch das Mittelfeld durchgetankt hatte und mit einem strammen Schuss dem Herforder Keeper keine Chance ließ. Ein Hauch von „Saturday Night Fever“ lag in der Luft, als der blendend aufgelegte Tim Sölken das 2:0 markierte. Mit dem Rücken zum Tor nahm Timmi den Ball an, drehte sich um den Gegner, machte mit der Hüfte einen spektakulären John-Travolta-Move, ließ den Gegner ins Leere laufen und netzte eiskalt in die lange Ecke zur Vorentscheidung ein.

Torfabrik Meschede – WfB Lippstadt 4:1

 

Wenn der Gegner bei der Mannschaftsbegrüßung als Gastgeschenk einen hochwertigen Spielball überreicht und sich wünscht, dass dieser doch bitteschön im eigenen Netz landen möge, erscheint das auf den ersten Blick ungewöhnlich. Es ist jedoch ein Beleg für zweierlei Umstände: für das gute Verhältnis zwischen den Torfabrikanten und den Aktiven der WfB Lippstadt und natürlich für die vorherrschende Spannung in der Frage, ob Pille Bartsch in seiner 22.Saison endlich sein erstes Ligator gelingen würde. Pille zeigte sich bereits in den ersten beiden Spielen in Hochform und war brandgefährlich, das Spiel wurde komplett auf ihn zugeschnitten. Selbst der Gegner drückte die Daumen. Die Sterne standen nie besser für Pilles erstes Ligator. Rund um das Spielfeld waren alle bereit für den Platzsturm. Doch dann kam: Vanessa.

 

Die eisenharte Abwehrspielerin der Lippstädter hatte offensichtlich mal überhaupt gar nichts zu verschenken. Immer wieder vereitelte sie die besten Chancen und warf sich wagemutig in die Schüsse der Torfabrikanten. Vanessa tat das, was eine Abwehrspielerin tun muss: sie verteidigte das Tor ihrer Mannschaft, unbestechlich und mit Leidenschaft. In der Fußballersprache gesprochen: Vanessa war extrem bissig. Im gegnerischen Strafraum war für Pille damit kein Kraut gewachsen, seine Fernschüsse wurden geblockt oder strichen knapp am Tor vorbei. Das Warten auf Pilles erstes Ligator wurde von Vanessa damit unbarmherzig bis in die nächste Saison verlängert.

 

Die Tore fielen für die Torfabrik trotzdem. Schnelle Tempogegenstöße und satte Schüsse durch Daniel Pilgram und zweimal Peter Mevi führten zum Erfolg. Ein weiteres Tor steuerte Tim Sölken bei, der den guten Keeper der Lippstädter mit einem Drehschuss ins kurze Eck überwinden konnte. Der 4:1-Sieg sorgte letztlich dafür, dass man sich in der Tabelle sogar noch an den Lippstädter vorbeimogeln konnte. Zweiter Tabellenplatz, Vizemeister, wenn man so will. Ein sportlicher Erfolg, auf den die Spielerinnen und Spieler stolz sein dürfen. Ein schönes und faires Fußballfest mit vielen Toren zu feiern, war aber genau so wichtig. Dass das in Meschede immer wieder gelingt und die Torfabrik als guter Gastgeber geschätzt wird, ist ebenso ein Erfolg.

Durch den kurzfristigen Ausfall der Mannschaft aus Langenhorst blieb zeitlich etwas Luft im Spielplan. In einem Elfmeter-Shoot-Out durften sich alle Aktiven nochmals in einem Eins-zu-Eins-Duell mit dem Torhüter einer gegnerischen Mannschaft messen. Spieler ohne Torabschluss hatten hier nochmal die Möglichkeit, ein persönliches Erfolgserlebnis zu kreieren. Herford und Gütersloh traten gegeneinander an sowie die Torfabrikanten gegen ihre Freunde aus Lippstadt. Bei der Torfabrik wechselten sich zwischen den Pfosten die Keeper Junes Beule und „Doktor“ Tim Schröder ab. Insbesondere Junes zeigte einige gigantische Paraden und erntete begeisterten Applaus von der Tribüne. Geschossen wurde zum Spaß, außerhalb jeder Wertung. Dass Pille Bartsch seinen Elfmeter natürlich lässig mit dem Außenrist in den Winkel zirkelte, erscheint dabei selbstverständlich. Als Ligator kann sein Treffer in der Statistik leider nicht gewertet werden. Aber nächste Saison wird’s klappen. Ganz bestimmt.

 

Durch das nette Sponsoring von Torfabrik-Ultra und Zahntechnikermeister Jan Stappert und seinem zahntechnischen Laboratorium aus Meschede-Enste wurde es möglich, dass alle Mannschaften mit einem Pokal ausgezeichnet werden konnten. Stappert persönlich überreichte die Pokale, mit denen jede Mannschaft jubeln und sich feiern lassen konnte.

 

Allen, die mitgemacht und mitgeholfen haben, gebührt das dickstes Dankschön der Torfabrik.

Die Spielerinnen und Spieler in der Einzelkritik

Junes Beule (Tor): Spektakuläre Paraden und höchster Einsatz. Löwenherz Junes beeindruckte mal wieder mit seinem großen Willen.

Tim Schröder (Tor): Gewohnt gelassen war Tim der ruhende Pol im Tor. Sehr gute und punktgenaue Abwürfe.

Kevin Fosu: Hat hinten alles weggeräumt und war der Turm in der Schlacht. In der Luft und am Boden kaum zu bezwingen.

Yuki Leitner: Eigentlich etatmäßiger Torhüter überzeugte Yuki als Abwehrbollwerk und setzte spielerische Akzente nach vorne.

Carina Brand: Engagierte Premiere als Abwehrspielerin. Guter Überblick, positionstreu und immer auf Zack.

Basti Bach: Zeigte sein großes Kämpferherz und machte ordentlich Meter. Im Mittelfeld und in der Verteidigung eine absolute Bank.

Peter Mevi: Der Spieler des Spieltags. Auch mit 53 Jahren nicht kleinzukriegen. Führte als Kapitän die Torfabrik an, erzielte als Libero drei brachiale Buden und ist somit unser Spieler des Spieltags.

Peter Lehmann: Umsichtiger Spielgestalter, nahezu fehlerloses Spiel, gute Spieleröffnung, gefährliche Schüsse aus allen Lagen

Lena Seemann: Wirbelte die Gegner ein ums andere Mal durcheinander, mit ordentlich Zug zum Tor, schlug Haken wie ein Hase.

Pille Bartsch: Sendete permanent verbale Störfeuer in Richtung des Gegners. Präsentierte sich topmotiviert. War in seiner 23.Saison nah an seinem 1.Tor dran.

Daniel Pilgram: Gewohnt schnell und laufstark jagte Daniel jedem Ball hinterher. Belohnte sich mit einem Tor gegen Lippstadt.

Tim Sölken: In absoluter Topform, zeigte mit zwei herausragend erzielten Buden, was für ein ausgekochtes Schlitzohr er ist.

Matthias Willmes: Als Vollblutstürmer immer bereit, das Tor zu machen, gutes Positionsspiel im Strafraum des Gegners.

Dustin Becker: Stellte in der gegnerischen Hälfte gut die Räume zu und dirigierte souverän die rollenden Angriffswellen seines Teams.

Jubiläum on the Rocks

Es war ein ausgefallener Cocktail, den die Torfabrik Meschede da gut geschüttelt und on the Rocks in der Mescheder Stadthalle servierte: ein öffentliches Livekonzert als geschmackvoller Festakt zum 25-jährigen Bestehen. Die Andreas Diehlmann Band, Mannschaft und Fans präsentierten sich in Topform. Ein rockiger Cocktailabend mit inklusiven Nachwirkungen.

All denen, die wegen der Musik und der Andreas Diehlmann Band gekommen waren, aber natürlich auch ihren Fans, Freunden und Unterstützern, die den Höhepunkt des Jubiläumsjahres zum Feiern nutzten, galt das Willkommen der Torfabrik Meschede. Zur Begrüßung holte der Trainer seine Mannschaft für eine kurze Taktikbesprechung auf die Bühne

"Über nichts lässt sich so vortrefflich streiten wie über Musik und Fußball. Aber nur wenig vermag die Menschen auch so gut zusammenzubringen. Dabei merken wir immer wieder: wenn alle ihre Leidenschaft in den gleichen Topf werfen, man da ordentlich Feuer drunter macht, dreimal umrührt, dann kann man feststellen, dass die Leute eigentlich gar nicht so verschieden sind." Als Torfabrik rede man nicht viel über Inklusion, man mache sie einfach. Kompromisslos zeigte sich der Trainer darum auch in der Auswahl seiner Mittel: "In meinem Trainiervertrag steht nur eine einzige Klausel, die lautet: ich darf auf unseren Veranstaltungen die Musik aussuchen", so der Coach, der sich früh auf die Verpflichtung von "Wunschsspieler" Andreas Diehlmann und Band festgelegt hatte. "Alles nach vorne", lautete somit mal wieder die Devise!

 

Bei der kurzen Vorstellung der Mannschaft wurden drei Spieler besonders hervorgehoben. Peter Mevi, Pille Bartsch und Matthias Willmes, die von Beginn an und damit schon seit 25 Jahren für die Torfabrik auf dem Platz stehen, kamen zu Wort. "Klar, ich mach' weiter", erteilte Peter einem Karriereende auch mit 53 Jahren eine klare Absage. Auf die Frage, was denn passieren würde, wenn ihm in seiner zweiundzwanzigsten Saison endlich sein erstes Ligator gelänge, verkündete Starspieler Pille Bartsch kurz und knapp: "Dann wird gefeiert!". Das brachte den Saal schon ein erstes Mal zum Kochen.

Stürmerlegende Matthias Willmes und sein Zwillingsbruder Andi begrüßten die anwesenden Gäste und dankten allen Unterstützern, die diesen Abend möglich gemacht hatten. Von der Fußball-AG eines Behindertenwohnheims sei man in 25-Jahren zu einer "eigentlich ganz normalen Fußballmannschaft" geworden, resümierte der Coach. Doch es gehe dabei noch um mehr als nur Fußball: nämlich um Freundschaft, Respekt und gleichberechtigte Teilhabe. Man wisse sich als Teil einer engagierten Mescheder Bürgerschaft und sei stolz darauf, dass auch die Torfabrik mittlerweile zu einer Institution geworden sei, so der Trainer.

 "Das Vierteljahrhundert unseres Wirkens und der heutige Abend dürfen gerne auch als Statement für ein offenes Miteinander verstanden werden." Und damit sei auch vollkommen klar, gegen wen und was man sich mit diesem Engagement abgrenze. "Das Menschenrecht auf Inklusion kann man nicht so einfach einkassieren, wie irgendein Teilzeitadolf aus Thüringen das vielleicht gerne hätte", kam der Trainer in Fahrt. Darum sei dieser Abend durchaus auch als Plädoyer für die Vielfalt zu verstehen.

Damit war alles gesagt und die Bühne wurde für die Andreas Diehlmann Band freigegeben. Blues, Rock und Boogie waren angekündigt und Herr Diehlmann uns seine Rhytmusgruppe zeigten sich vom Fleck weg in Höchstform. Das Powertrio aus Kassel hatte die neue Platte "Long Way To Go" im Gespäck und präsentierte seine neuen und alten Songs ebenso energisch wie souverän. Spätestens zum Ende des ersten Sets, das die Band mit "Soulshine" samt gymnastischem Mitmachteil abschloss, lag ihnen der Saal zu Füßen. Als Meister Diehlmann zum Pausentee bat, war der Abend noch lang, jedoch neigte sich der Veltins-Bestand bereits dem Ende zu. Das Trainerteam musste zur Halbzeit also reagieren.

Sofort nahm die Scoutingabteilung die Witterung auf, um Nachschub zu besorgen. Zu diesem Zeitpunkt des Spiels natürlich die einzig richtige Entscheidung. Im zweiten Set der Andreas Diehlmann Band erreichte die Stimmung dann endgültig ihren Siedepunkt. Es wurde gerockt und gegroovt was das Zeug hält. Dem vom Publikum lautstark vorgetragenen Wunsch nach Zugaben kam die Band gerne nach und erfüllte die freundliche Anfrage - stilsicher gekleidet im schwarz-roten Trikot der Torfabrik! Mit dem druckvollen "Just Got Paid" von ZZ Top und der Prince-Nummer "Purple Rain" verabschiedeten sich Gitarrengott Andreas Diehlmann, Bassist Jörg Sebald und Drummer Tom Bonn schließlich von der Bühne und hinterließen ein begeistertes Publikum.

Aus allen Richtungen gab es Schulterklopfer für die Band, deren zahlreiche Fans ebenso beseelt waren, wie jene Torfabrikanten, die bis zum Schluss in der ersten Reihe Gas gegeben hatten. Im Anschluss an das Konzert nahmen sich die drei Musikanten noch viel Zeit für Autogrammwünsche und ein Schwätzchen mit ihren neuen und alten Fans. Zufriedene Konzertbesucher feierten gemeinsam mit dem Torfabrik-Umfeld noch lange weiter. Es dürften rund 250-300 Gäste gewesen sein, über die sich die Torfabrik an diesem Abend im Foyer der Stadthalle freuen durfte. Auch der taktische Kniff des Trainerteams, die Bockwurst direkt neben der Cocktailbar aufzubieten, erwies sich kurz vor Spielende noch als gute Entscheidung und belegte das perfekte Zusammenspiel aller an diesem Abend. Spätestens als sich kurz vor Abpfiff ein Mitglied der "Fairy Ultras", des hartgesottenen Supporterclubs der Torfabrik, noch einen Wurstwasser-Minze-Cocktail genehmigte, war klar, dass dieser Abend noch in die Verlängerung gehen würde. Trainerteam und Fans feierten im Vereinslokal, der "Tröte", noch bis in die frühen Morgenstunden weiter und haben das Ding letztlich abgebrüht nach Hause geschaukelt. Ob sich Wurstwasser mit Minze dauerhaft als Szenegetränk etablieren kann, werden dann die nächsten 25 Jahre zeigen.

Bei allen, die der Torfabrik diesen schönen Abend ermöglicht haben, möchten sich Mannschaft und Vereinsführung bedanken.

Dank und Gruß also an:

  • alle, die gekommen sind und mitgefeiert haben
  • die Andreas Diehlmann Band und ihre netten Fans
  • das ehrenamtlich tätige Trainerteam und alle Helferinnen und Helfern
  • Convida als Trägerin und Torfabrik-Mutterkonzern mit ihren haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern
  • unsere Unterstützer und Sponsoren und alle die etwas gegeben haben, um diesen Abend möglich zu machen
  • einige Familien unserer Spieler, die immer wieder mit anpacken und unverzichtbar sind
  • die "Fairy Ultras", den härtesten und nettesten Fanclub im gesamten Weltfußball
  • die Mitglieder vom Round Table 234, die für uns die Thekenmannschaft gestellt haben
  • Hallenwart Thomas Kottlors sowie Uwe Lamich und das Team von L&G Showtechnik
  • die netten Sanitäter vom Deutschen Roten Kreuz, die beschäftigungslos, aber begeistert waren
  • Udo und Ulrike Kerstholt mit ihrer Tki Bar
  • die Stadt Meschede und das Stadtmarketing
  • den Werkkreis Kultur Meschede, der die Torfabrik mit Rat und Tat unterstützt hat
  • die anwesenden Ratsmitglieder verschiedener Fraktionen und den Bürgermeister
  • die Behindertenbeauftragten des Hochsauerlandkreises
  • die Vertreterinnen und Vertreter von vielen, uns freundschaftlich verbundener Institutionen und Vereinen, die wir hier gar nicht alle aufzählen können
  • die Fußballkollegen und Freunde vom SSV Meschede, dem TuS Sundern und dem TV 1897 Kallenhardt
  • dem Vereinslokal "Tröte", das seine Öffnungszeiten extra für uns enorm flexibilisierte

"Wir machen die Zuschauer zu Bandmitgliedern"

Vor der großen Rock'n'Roll-Jubiläumsgala zum 25-jährigen Bestehen der Torfabrik Meschede traf unser Coach nun Bandleader und Mastermind Andreas Diehlmann zum Interview. Ausnahmsweise geht es dabei mal nicht um Fußball, denn davon hat der Gitarrengott "echt keine Ahnung". Dafür spricht der Maestro über die Entstehung sperriger Bandnamen, seine liebsten Konzertbühnen, musikalische Erweckungserlebnisse und wie wichtig ihm die Einbindung des Publikums ist - selbst dann, wenn es nur aus drei Zuschauern bestehen sollte.

Freuen sich auf ihren Auftritt in Meschede am 26-8-23: Bassist Jörg Sebald, Bandleader Andreas Diehlmann und Drummer Tom Bonn

Sechs Studioalben in sechs Jahren plus eine Liveplatte und ein Best-Of-Album, deine Karriere mit der eigenen Band hat ja eher spät begonnen, dafür aber gewaltig. Gab’s da bei dir eine Initialzündung, einen Punkt, wo du gesagt hast: „So, jetzt lege ich richtig los“?

Ja, eigentlich gab es sogar zwei Initialzündungen. Ich habe davor ein paar Jahre in der Tourband der amerikanischen Sängerin Sydney Ellis gespielt. Und als ich da ausgestiegen bin, dachte ich: das kann ich doch auch. Parallel dazu habe ich schon immer in Old-School-Bluesbands gespielt. Und da kommt der zweite Teil der Geschichte: mit einer dieser Bands habe ich bei der Zeitschrift „Blues News“ – die haben immer so eine CD im Heft – angefragt, ob wir mal ein Stück für eine ihrer CDs machen können. Weil meine damaligen Bandkollegen aber nicht so richtig aus dem Kreuz gekommen sind, habe ich dann einen Song zuhause komplett alleine aufgenommen, ihn dahin geschickt und bin, siehe da, bei der Leserwahl unter die Top 3 gekommen. Ich merkte also: Ey, das kommt ja gut an! Dafür bekam man dann im nächsten Heft noch eine halbe Seite, ein Interview und Werbung, aber eigentlich hatte ich ja gar keine richtige Band. Und da war dann klar: jetzt muss ich neu anfangen und daraus ist dann die Andreas Diehlmann Band entstanden.

 

Gab’s mal die Idee, das Projekt anders zu nennen?

Wir hießen damals „Madison Bluesband“, was ja eigentlich ein cooler Name war. Aber dann ruft da plötzlich irgendein Verrückter an, der sagt: „He, das ist doch mein Name. Habt ihr nicht im Rocklexikon Lüneburg von 1982 nachgelesen, da steht das doch drin.“ Da mussten wir uns anders nennen. Und dann gab es eine unserer legendären Abstimmungen und die Kollegen meinten, man wolle jetzt „The Soulfood Syncopaders“ heißen.

 

Da hätte man ja ein sprachwissenschaftliches Studium gebraucht, um die Band anzusagen.

Genau, das auch. Aber die Andreas Diehlmann Band ist vor allem daraus entstanden, dass ich echt die Schnauze voll hatte, dass ich ständig als treibende Kraft für die damalige Band Stücke schreiben, alles machen und den Laden zusammenhalten musste und dann war man gerade soweit, dass man durchstarten konnte und es schoss wieder jemand quer, das Ganze ging in die Hose und du fängst wieder von vorne an. Das war der Grund, warum ich das Ding Andreas Diehlmann Band genannt habe. Da ist dann klar: das ist mein Ding, meine Band und ich kann damit machen was ich will.

 

 

Ihr seid vom hohen Norden bis in den tiefen Süden auf Tour, von der polnischen Grenze rüber nach Holland und weiter in die Schweiz. Wie viele Konzerte spielt ihr im Jahr und wie viele Kilometer kommen da so zusammen?

In diesem Jahr sind es 45 Auftritte. Insgesamt kommen wir auf ungefähr 17.000 Kilometer. Wir spielen ja vor allem an Wochenenden. Da kommen dann von Freitag bis Sonntag schon mal 1.500 Kilometer zusammen.

 

Was ich in unserem Gespräch von vornherein ausspare, ist das Thema Fußball. Darüber muss ich mich mit dir ja nicht unterhalten. Was bewegt euch aber, auf dem 25-jährigen Jubiläum einer Behindertenfußballmannschaft zu spielen? Das ist doch für euch ein eher ungewöhnliches Setting.

Ja, das ist wahrscheinlich ein ungewöhnliches Setting, aber du hattest mir in Verbindung mit eurer Anfrage damals eure Torfabrik-Zeitschrift mitgegeben. Ich habe die mit großer Begeisterung von vorne bis hinten durchgelesen und ich fand’s megatoll. Das hat mir richtig Spaß gemacht. Das ganze Projekt gefällt mir supergut. Ich freue mich schon sehr drauf und das wird bestimmt toll.

 

 

Was macht für deine Band ein gelungenes Konzert aus, so dass ihr hinterher sagt: „Boah, das war cool“?

Das kommt immer sehr stark auf die Energie an, die das Publikum hat. Wenn das Publikum so richtig dabei und der Platz vor der Bühne sofort voll ist, dann weiß ich: das wird auf jeden Fall ein gutes Konzert. Mittlerweile stelle ich fest, dass es immer mehr Leute gibt, die unsere Songs kennen und mitsingen. Das ist immer ein tolles Gefühl, wenn so eine Energie zwischen Band und Publikum entsteht.

 

 

Was war die größte Zuschauerzahl, vor der ihr mal gespielt habt?

Wir sind zweimal bei einer Konzertreihe am Saarbrücker Schloss zu Gast gewesen. Da sind dann immer so ungefähr 1.600 Leute.

 

 

Und die geringste Zuschauerzahl?

Das dürften mit der jetzigen Band ungefähr 15 gewesen sein. Mit einer meiner vorherigen Bands habe ich mal vor 3 Zuschauern gespielt. Aber solche Auftritte braucht man als Band auch. Das bringt einen weiter, wenn man vor 15 Leuten genauso viel Gas gibt wie vor 1.600. Doof ist es für den Künstler nur, wenn man merkt, dass es das Publikum überhaupt nicht interessiert, was du da auf der Bühne machst. Aber auch dann musst du als Band funktionieren.

 

Das Sauerland ist bisher ja eher ein weißer Fleck auf eurer Tourkarte. In Schalksmühle seid ihr bald zum zweiten Mal zu Gast, aber das ist für den Hochsauerländer ja auch eher „Zonenrandgebiet“.

Im nächsten Jahr spielen wir aber auf jeden Fall in der Balver Höhle. Das wird bestimmt richtig cool. Auf diese Location sind wir natürlich schon sehr gespannt und es ist toll, dass wir von den Veranstaltern dazu eingeladen worden sind. Aber es gibt natürlich auch weiße Flecken auf der Karte, weil es da an Clubs und Bühnen in geeigneter Größe mangelt. Oft sind die Bühnen zu klein oder aber zu groß, so dass sich beides für die Veranstalter kaum lohnt.

 

Hast du eine Lieblings-Konzertbühne?

Das ist schwierig. Vom Publikum her ist es in der "Torburg" in Köln immer mega. Da sind sie immer irre gut drauf und sofort dabei. Allerdings ist die Bühne da winzig klein, so dass wir da zu dritt kaum draufpassen. Hier bei uns in Kassel spielen wir oft im "Theaterstübchen". Tolle Bühne, toller Sound, aber da ist das Publikum manchmal ein bisschen zu brav. Aber so ist der Nordhesse halt.

 

Wir Sauerländer sind ja bekanntlich die „Brasilianer unter den Westfalen“. Wenn’s was zu feiern gibt, sind wir am Start. Bei euren Konzerten gibt es immer wieder Mitmach-Parts für das Publikum. Wie wichtig ist es dir, das Publikum in eure Songs und die Show miteinzubeziehen?

Das ist uns in der Tat sehr wichtig, weil das die Leute natürlich viel mehr mitnimmt. Mir selbst macht das unheimlich Spaß und ich finde es wichtig, dass die Leute hinterher sagen: das hat Spaß gemacht und ich habe mich gut amüsiert. Wenn man zusammen mit dem Publikum Musik macht, das ist immer ein besonderer Moment. Da wird der Zuschauer ja sozusagen zu einem Bandmitglied und das finde ich – zum Beispiel bei unserem Stück „Soulshine“ – besonders schön.

 

 

Gibt es irgendwas, von dem du sagst: da will ich mit meiner Band unbedingt nochmal hin? Ein großes Festival spielen oder aufs Titelblatt vom „Rolling Stone“-Magazin?

Nee, nicht unbedingt. Schön wäre es – und dieses Ziel zu erreichen ist schon schwierig genug - wenn wir kreuz und quer durch Deutschland fahren und überall stehen immer 200 Leute. Das klingt jetzt vielleicht blöd als Ziel, aber das unterschätzen die meisten Leute. Wenn wir irgendwohin auf die Schwäbische Alb fahren und du weißt definitiv, dass diese 200 Leute da sind. Davon sind wir mittlerweile aber auch schon gar nicht mehr so weit entfernt.

 

 

Du kannst mittlerweile von deiner Musik leben.

Ich produziere meine Musik in meinem eigenen Studio und organisiere auch den Vertrieb selbst. Früher habe ich noch viel Werbemusik komponiert, war Studiomusiker und Gitarrenlehrer. Heute habe ich vielleicht noch 10 Gitarrenschüler und mit der Zeit hat sich das gewandelt. Den Gitarrenunterricht betreibe ich mittlerweile eher hobbymäßig.

 

 

Stammst du aus einer generell musikbegeisterten Familie?

Nee, gar nicht. Ich schlage da vollkommen aus der Art. Mein Großvater vielleicht, der hat eine „singende Säge“ gespielt und das soll wohl ziemlich grausam gewesen sein.

 

Unlängst schrieb ein Fachblatt über deine Musik, du spielst „den besten Texas Blues, der nicht aus Texas kommt“. Was war dann dein musikalisches Erweckungserlebnis?

Erweckungserlebnisse gab es gleich mehrere. Was natürlich einen großen Einfluss auf mich hatte war ZZ Top, was man ja auch in unserer Musik durchaus hören kann. Aber ein sehr großer Einfluss, der ganz stark in unserer Musik drinsteckt, ist AC/DC. Dieses Straighte, das Geradeaus, kein Firlefanz, das ist so dieses AC/DC-Ding, was wir haben. Das ist eigentlich unser Kern.

 

Zusammen mit deinem Kumpel Robert Brübach betreibst du den Podcast „Die ADB-Bluesrock Show“, ein Quell der Inspiration für Freunde handgemachter Rockmusik. Da lernt man als Fan Sachen kennen, die man sonst wahrscheinlich nie entdecken würde.

Ja, der Robert ist da echt ein Freak. Der kennt Sachen, das glaubt man nicht. Irgendwelche Bands, die 50 monatliche Hörer auf Spotify haben, aber er kennt die längst, weil er sich von denen schon 1997 in einem New Yorker Plattenladen mal eine CD gekauft hat. Unser Podcast hat ein interessantes Konzept, denn Robert ist vor allem Fan, ein „einfacher Musikkonsument“, der die Musik nicht selber macht und so hat jeder von uns beiden eine ganz andere Sicht auf die Musik, die wir präsentieren.

 

 

Wie stehst du generell zu Streaming-Plattformen wie Spotify?

Es kommt immer mal wieder vor, dass wir auf Konzerten Leute treffen, die sagen: „Hey, ich habe eure Musik als Vorschlag bei Spotify bekommen“. Aber das Problem ist, dass das alles so zerfasert. Du hast dann tausend Sachen, aber du bekommst mit nichts eine wirkliche Verbindung. Man sieht das oft am Verhältnis zwischen Hörern und Followern. Da hat irgendein Song vielleicht 100.000 Hörer, der Künstler aber nur 5.000 Follower. Das rauscht dann auf irgendeiner Playlist durch, die Leute finden das auch gut, hören sich aber nicht mehr Material von der Band an. Frag mal ‘nen Fünfzehnjährigen, was er für Musik hört. Dann sagt der: „Spotify“. Es gibt immer weniger Bindungen an einen Künstler oder die Aussage, die ein Künstler hat. Das ist das große Problem. Spotify erzieht junge Leute zu einem generischen Musikgeschmack, der eigentlich gar keiner ist.

 

 

Bei welcher Musik schaltest du definitiv ab?

Au, eigentlich bei keiner. Ich höre im Grunde genommen alles. Außer dieser Autotune-Pop mit diesem immergleichen Beat, da wird es für mich schwierig. Als Musiker nehme ich aber oft auch alles gedanklich auseinander. Darum höre ich meist eher schwierigere Musik wie Jazz, aber auch Klassik. Als Studiomusiker habe ich zum Beispiel auch oft die Gitarren auf Schlager draufgespielt. Darum höre ich mir auch durchaus Schlager an, weil ich immer wissen will, wie’s gemacht ist. Es ist bei mir immer eine Mischung aus professionellem Interesse und der Leidenschaft für solche Musik, die ich eigentlich früher schon immer gehört habe.

 

 

So lange es die Andreas Diehlmann Band gibt, lautet die beruhigende Botschaft also: Rock’n’Roll will never die!

Genauso ist es.

 

25 Jahre Torfabrik Meschede - Rock'n'Roll-Jubiläumsgala mit der Andreas Diehlmann Band

Die Torfabrik feiert ihr 25-jähriges Bestehen mit einem großen Rock'n'Roll-Galaabend in der Mescheder Stadthalle. Dafür haben wir eine Verpflichtung der absoluten Extraklasse zu vermelden: die großartige ANDREAS DIEHLMANN BAND aus Kassel!

Seit einem Vierteljahrhundert bietet die Torfabrik Meschede fußballbegeisterten Menschen mit Handicaps eine sportliche Heimat. Aus der ehemaligen Fußball-AG eines "Behindertenwohnheims" ist im Laufe der Jahre ein "eigentlich ganz normaler" Fußballverein geworden. Gespielt und gekämpft wird jedoch nicht nur um Punkte und Pokale, sondern vor allem für die gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Längst gibt es mit den "Fairy Ultras" einen eigenen Supporters Club, Auswärtsfahrten in vollbesetzten Fanbussen, einen Fanshop auf Bundesliganiveau, Pressekonferenzen, Trainingslager, Partys und Konzerte. All das ist seit einem Vierteljahrhundert ehrenamtlich organisiert, für die Spielerinnen und Spieler kostenlos und auch gerade deshalb irgendwie "unbezahlbar".

 

Mit Einsatz, Haltung und Humor ist die Torfabrik weit über die Grenzen ihrer Heimatstadt Meschede hinaus zu einer Institution und zum Kultobjekt geworden. Dafür gibt's oft warme Worte und ab und zu auch mal einen Preis als Anerkennung. Aber viel wichtiger als der Erfolg ist: die Torfabrik Meschede bringt immer wieder die unterschiedlichsten Menschen zusammen. Das geht mit Fußball und Musik besonders gut - oder gleich mit beidem. Ihr 25-jähriges Bestehen feiert die Torfabrik darum öffentlich mit einer großen Rock'n'Roll-Jubiläumsgala und mitreißender Livemusik der Extraklasse.

 

Die ANDREAS DIEHLMANN BAND aus Kassel wird mit ihrer krachenden Mischung aus Blues, Rock und Boogie dafür sorgen, dass garantiert kein Tanzbein still stehenbleibt. Die Band um den Ausnahmegitarristen und Sänger Andreas Diehlmann zählt zu den angesagtesten Acts ihres Genres und hat sich in den letzten Jahren deutschlandweit eine große Fangemeinde erspielt. Sechs Studioalben in sechs Jahren zeugen von der außergewöhnlichen Kreativität des Powertrios, das spätestens mit dem Gewinn des German Blues Award in der Kategorie "Beste Band" den Status als Geheimtipp hinter sich gelassen hat. Zum ersten Mal in Meschede zu Gast wird die ANDREAS DIEHLMANN BAND das Gaspedal ordentlich durchtreten und das Publikum immer wieder in ihre Show einbeziehen.

 

Davor und danach greift der Trainer tief in seinen Plattenschrank und präsentiert von AC/DC bis ZZ Top die feinsten Filetstücke aus der Geschichte der Rockmusik. Denn auch wenn der Coach schon über die Hälfte seines Lebens unentgeltlich und aus freien Stücken an der Seitenlinie steht, hat er doch eine einzige Bedingung: "In meinem Trainervertrag gibt es nur eine Klausel: ich suche auf unseren Partys die Musik aus!" Wie auf dem Spielfeld ist damit auch auf der Konzertbühne die Richtung vorgegeben - es wird mächtig nach vorne gehen!

 

Neben der Rockshow der ANDREAS DIEHLMANN BAND und guter Musik dürfen sich die Gäste auf frisches Veltins und dicke Sauerländer Würstchen freuen. Natürlich gibt es auch alkoholfreie und vegetarische Varianten. Einerseits wird's also - typisch Torfabrik - erwartbar sauerländisch-rustikal, andererseits aber auch stilvoll. In der schicken Lounge-Atmosphäre der Stadthalle mit angrenzender Dachterrasse gibt's Cocktails von Udo's Tiki-Bar und einen schönen Ausblick auf den Sonnenuntergang über den Dächern von Meschede.

 

Das Besondere an diesem Abend: der Eintritt zum Konzert und zur Party ist kostenlos. (Über eine Spende freuen sich die Torfabrikanten natürlich.) Wer was hat, darf gerne was geben. Wer nix hat, muss nicht zuhause bleiben. Die Stadthalle (im Einkaufszentrum HeRuM, direkt in der mescheder City) ist barrierefrei für alle erreichbar. Es ist also egal, ob man mit der Harley oder dem Rollator kommt. Wir freuen uns auf euch und einen großartigen Abend mit exzellenter Livemusik!

"Beautiful town, beautiful people"

Nach über zweijähriger Vorbereitungszeit war es endlich soweit: Meschede wurde zur "Hosttown". Im Vorfeld der Special Olympics World Games begrüßten wir eine siebenköpfige Sportlerdelegation aus dem afrrikanischen Staat Burundi. Eine spannende Sache.

Im Vorfeld der Weltspiele für 7.000 Menschen mit geistigen Beeinträchtigungen wurde auch Meschede zu einem Teil der weltumspannenden Inklusionsbewegung. Als eine von über 200 deutschen Kommunen durften wir eine ausländische Sportlerdelegation beherbergen und ihnen unsere Heimat vorstellen. Über zwei Jahre lang fanden in der Vorbereitung viele Treffen und Aktionen statt, an denen auch unsere Torfabrik beteiligt war. Ziel war es, auf die Begeisterung und Leistungsfähigkeit von Menschen mit Handicaps aufmerksam zu machen und für mehr Inkusion in allen Lebensbereichen in die Bresche zu springen. Das tat die Torfabrik in den vergangenen Monaten u.a. mit einem Spiel gegen eine Bürgermeister-Auswahl und einem Match gegen die C-Juniorinnen der Wildsauelf vom FC Remblinghausen.

 

Von Burundi über Addis Abeba in Äthiopien nach Frankfurt und weiter nach Meschede führte die Sportlerinnen und Sportler ihre lange und anstrengende Reise. In Meschede angekommen stand am Nachmittag erstmal ein Spaziergang am Hennesee an. Ein Willkommen, dass herzlicher nicht hätte sein können. Am zweiten Tag gab's einen offiziellen Empfang im Rathaus und einen kleinen Stadtrundgang. Am Nachmittag kam es zu einem großen inklusiven Sportfest im Dünnefeldstadion, wo man unsere Gäste kennenlernen und gemeinsam Sport treiben konnte. Neben der Planung und der Vorbereitung durfte die Torfabrik während der Hosttown-Tage den Fahrdienst für die Gäste aus Burundi übernehmen und sie auf ihrer Entdeckungsreise durch Meschede begleiten, z.B. bei einer Offroad-Tour mit dem "Bergebus".

 

Vier aufregende Tage und eine spannende kulturelle Begegnung waren das. "Ein bisschen Offenheit für andere Kulturen hat noch niemanden dümmer gemacht", meinte unser Coach. Zum Abschied gab es neben viel Dankbarkeit und herzlichen Umarmungen im Gegenzug auch unsere Torfabrik-Kappe als kleines Andenken an die gemeinsame Zeit geschenkt bevor unsere neuen Freunde nach Berlin zu den Weltspielen aufbrachen. Als "beautiful town" mit 'ner Menge "beautiful people" wurde Meschede wahrgenommen. Und das dürfte für uns als Hosttown wohl eine glatte Eins mit Sternchen sein. Vielen Dank an alle, die mitgemacht und mitgeholfen haben.

Hier gibt's eine schöne Fotogalerie des Sauerlandkuriers vom inklusiven Sportfest auf dem Dünnefeld.

Die Nummer 1 im Pott sind wir

Im 25.Jubiläumsjahr darf natürlich auch ein mehrtägiges Trainingslager nicht fehlen - das Salz in der Suppe des torfabrikalischen Mannschaftslebens. Unser Team war zu Gast in Hattingen im Ruhrgebiet und verbrachte dort ein verlängertes Fußballwochenende, das mächtig Laune machte. 

Mit insgesamt 29 Leuten - Spielerinnen und Spieler, Trainerteam und sogar einigen Fans - fiel die Torfabrik im beschaulichen Hattinger Stadtwald ein und besiedelte mit der Willi-Michels-Bildungsstätte das wohl schönste Gruppenhaus im gesamten Ruhrgebiet. Vier Tage war die Torfabrik dort zu Gast, an denen sich wirklich alles um das runde Leder drehte. Bei hochsommerlichen Temperaturen kamen die Torfabrikanten gehörig ins Schwitzen. Trainiert wurde auf der benachbarten Bezirkssportanlage Marxstraße, die uns netterweise von der dort beheimateten SG Welper zur Verfügung gestellt wurde.

Den Höhepunkt bildete das betriebsintere Match um den vom "Mutterkonzern" gestifteten Convida-Cup. Doch einfach nur Mannschaften zu wählen und einen Pokal auszuspielen wäre natürlich viel zu simpel gewesen. Dem Pokalspiel ging darum ein spektakuläres "Transfermarktspiel" voraus. In dieser Simulation des großen Fußballgeschäfts wurde jede Spielerin und jeder Spieler mit einer - natürlich vollkommen realistischen - Ablösesumme taxiert. Starspieler Pille Bartsch zum Beispiel gab es für marktgerechte 25 Millionen. Zwei Trainerteams erhielten jeweils 250 Millionen, um sich ihr Dreamteam zusammenkaufen zu können. Hierbei war bei Trainern und Spielern gleichermaßen Verhandlungsgeschick gefragt. Als das Transferfenster für 36 Stunden geöffnet wurde, begann das Feilschen. Es wurden wuchernde Forderungen gestellt und Wechsel- und Siegprämien geboten. Pokern auf höchstem Niveau war angesagt. Natürlich durfte der Bogen auch nicht überspannt und das Budget nicht überschritten werden. Abschließend wurde der Transfer mit der Unterschrift unter dem Spielervertrag besiegelt.

Am Ende bewahrheitete sich mal wieder eine bekannte Fußballweisheit: nämlich dass Spiele in der Abwehr gewonnen werden. Das unterlegene Team der Trainer Felix, Pia und Jan rannte an, machte das Spiel und verballerte eine Großchance nach der anderen. Die Siegertruppe um Edelfan Andreas und die Trainer Sebastian und Sebastian verteidigte leidenschaftlich und setzte die entscheidenden Nadelstiche. Mit 6:1 siegte Andreas' Mannschaft und gewann den Convida-Cup 2023. Die Tore erzielten Daniel Pilgram (3), Basti Bach, Terry Niedermeier und Björn Franke bei einem Gegentreffer von Urgestein Matthias Willmes.

Selbstverständlich drehte sich während des viertägigen Betriebsausflugs aber auch abseits des Platzes alles um Fußball. Eiin kniffliges Fußball-Quiz im XXL-Format und ein Rückblick auf die abgelaufene Bundesligasaison durften natürlich auch nicht fehlen. Lange und lustige Abende im Mannschaftskreis sowie das obligatorische Teamgrillen rundeten das Trainingslager ab. Versüßt wurde uns der Aufenthalt nicht nur durch die komfortable Unterbringung, sondern auch durch die Gastfreundschaft von Hausleiter und Torfabrik-Fan Karl-Heinz und das leckere Essen von Chefköchin Anita..

Zu einem handfesten bzw. geruchsintensiven Skandal kam es in der Finalrunde des sich über mehrere Tage hinziehenden Kickerturniers. Aufgrund schwerer Flatulenzen und eines kapitalen Koffers, den jemand im Kickerraum abgestellt hatte, musste die Arena kurzzeitig geräumt und die Finalrunde für gut 15 Minuten unterbrochen werden. Ein Novum in der Fußballgeschichte. Nach ausgiebigem Stoßlüften konnte das Turnier zuende gepielt werden. Im spannenden Finale siegte das Doppel Terry Niedermeier und Pille Bartsch gegen Trainer Felix und Trainertochter Karla. Die Erstplatzierten gewannen einen 10-Euro-Gutschein vom Eiscafé Cortina, die Zweitplatzierten erhielten immerhin noch einen 5-Euro-Gutschein. Die übrigen Teams durften sich über kleine Give-Aways vom Mescheder Stadtmarketing freuen.

Einen besonderen Dank möchten wir noch unseren Unterstützern und Sponsoren sagen, die die Teilnahme für einige Leute möglich gemacht haben, die sich diese sonst nicht hätten leisten können. Welchen Freude Ihr unseren Spielerinnen und Spielern damit bereitet habt, zeigt gewiss die untenstehende Fotogalerie. Von Herzen: Danke!

Übrigens: eine Auflistung aller bisher stattgefunden Trainingslager findet Ihr hier.

Mehr als nur Fußball

Ein absoluter Höhepunkt im Mannschaftsleben der Torfabrik Meschede: unser jährlicher Segeltörn auf dem Ijsselmeer.

Auch in diesem Jahr nahmen wieder einige Spieler der Torfabrik an einem Segeltörn teil. Alwin, Benny, Björn, Fabian und Tim stellten sich der spannenden Aufgabe, den stolzen Zweimastklipper "Rea-Klif" über das Ijsselmeer zu segeln. Eine tolle Teambuildingmaßnahme, die unsere fußballspielenden Seemänner von Enkhuizen über Hoorn und Muiden auch nach Volendam führte. Ehrensache war da natürlich ein kleiner Stadionbesuch beim Erstligisten FC Volendam.

Sunderns Dritte - Born to be wild!

Unsere Freunde vom TuS 1886 Sundern gründen eine eigene Mannschaft für Fußballerinnen und Fuballer mit Handicap. Die Torfabrik Meschede war zum Kick-Off eingeladen - und staunte nicht schlecht.

Dass die Stimmung beim TuS Sundern nur einen Tag nach dem Landesligaaufstieg nicht die schlechteste war, konnte man sich denken. Zwischen Aufstiegsfeier und Pokalfinale passte die Gründungsversammlung vom TuS Sundern III wirklich bestens ins Drehbuch. Mit insgesamt 21 Spielerinnen und Spielern rückte die Torfabrik im Röhrtalstadion an. Was unserem Team geboten wurde, übertraf sämtliche Erwartungen. "Wenn wir was machen, machen wir's auch richtig", meinte der sportliche Leiter Andy Mühle augenzwinkernd. Mindestens die doppelte Menge an Fußballbegeisterten mit Handicap hatte sich bereits eingefunden und scharrte mit den Hufen. Der zukünftige Coach Noah Wachholz fackelte dann auch nicht lange und bat die Aktiven auf den Platz. Zahlreiche Zuschauer folgten dem Geschehen und wohnten diesem historischen Tag bei. Nach 137 Jahren hat der TuS Sundern nun erstmals eine eigene inklusive Fußballmannschaft. Dass der Mannschaftsname "TuS Sundern III" auf den ersten Blick vielleicht etwas sperrig wirkt, relativiert sich, wenn man die Intention seiner Macher berücksichtigt. Die Dritte wird in Zukunft ein fester Bestandteil der Fußballabteilung sein. Ganz selbstverständlich und voll integriert in das sonstige, schwer aktive Vereinsleben rund um das Röhrtalstadion.

 

Die erste eineinhalbstündige Trainingseinheit ist schnell erzählt: rund 50 Spielerinnen und Spieler teilten sich eine Platzhälfte. Beim Blitzturnier in vier wild zusammengewürfelten Teams wollte und konnte sich jeder zeigen. Tore wie am Fließband und jede Menge gute Laune waren zu bestaunen. Einen eigenen historischen Moment erlebten die Torfabrikanten, als Sturmtank Dustin "Danger" Becker das erste Kopfballtor seiner Karriere erzielte. Volles Pfund bekam Dustin den Ball vor die Birne, der anschließend unhaltbar für den chancenlosen Torhüter über die Linie trudelte. Mit blutiger Nase, aber mächtig stolz feierten die Torfabrikanten ihren Topstürmer weit über das Spielende hinaus. Beschlossen wurde der sportliche Teil mit einem gemeinsamen Foto aller Aktiven und dem obligatorischen Wimpeltausch zweier Fußballhelden. Basti Held, Kapitän der Aufstiegself, und Torfabrik-Faktotum Pille Bartsch besiegelten nicht nur den fußballerischen Auftakt, sondern auch das Versprechen einer guten und freundschaftlichen Zusammenarbeit zwischen dem TuS Sundern und der Torfabrik Meschede. In den kommenden Jahren wird es garantiert viele große Derbys zwischen den befreundeten Lokalrivalen geben.

 

Weit über das erste sportliche Stelldichein hinaus verblieben die Aktiven und ihre Fans auch in der dritten Halbzeit noch im Röhrtalstadion. Der TuS lud zu Getränken und allerhand Leckereien ein. Mannschaftsbetreuerin und Trainermutter Judith überzeugte manch entkräfteten Akteur dann auch problemlos noch von einer zweiten oder gar dritten Currywurst und servierte als Alma Mater des Vereins on top Waffeln und Slusheis für alle. Als am Ende Spieler, Eltern und Betreuer die Musikbox aufdrehten, um gemeinsam zu den aktuellsten Ballermann-Hits zu tanzen und zu singen ("Wir sind schon wieder bumsbereit"), machten sich auch die Torfabrikanten wieder auf den Heimweg. Man nahm die Erkenntnis mit: schon am allerersten Tag ist in Sundern eine Hochburg des Behindertenfußballs entstanden!

Wundertüte Torfabrik

Dieser Start kann sich sehen lassen. Zurück in ihrem natürlichen Lebensraum, der 3.Liga, gelang der Torfabrik ein Saisonauftakt, den man durchaus als "ordentlich" bezeichnen kann. Beide Torfabrik-Teams finden sich nach dem Saisonstart im soliden Tabellenmittelfeld wieder.

Auf der Sportanlage des SCW Liemke hatte die ausrichtende WfB Lippstadt zum Doppelspieltag eingeladen. Heißt: sowohl das A-Team als auch das B-Team traten zeitgleich an. Zwei Ligen auf drei Spielfeldern gleichzeitig, Fußball total und nonstop, Coaching und Support am absoluten Limit. Die Torfabrik setzte wieder einen Fanbus ein, so dass die Mannschaft von zahlreichen Fans begleitet wurde.

 

Das A-Team trotzte Lüdenscheid im Sauerland-Derby ein 1:1 ab, besiegte Minden im Anschluss mit 3:0 und behielt auch gegen Ledde mit 2:0 die Oberhand. Annähernd ein Traumstart, wäre den Torfabrikanten danach nicht die Puste ausgegangen, so dass man sich Lippstadt mit 0:1 und Dülmen mit 0:3 geschlagen geben musste. Da stehen demnächst wohl ein paar Steigerungsläufe mit Medizinbällen an. In Topform präsentierte sich auf jeden Fall schon jetzt Fabian Hallmann, der "Maradonna von Sellinghausen". Halli erzielte drei Buden selbst und war der entscheidende Taktgeber auf dem Platz. Beachtenswerte Debüts feierten auch unsere Neuzugänge. Toptransfer De-Sean knipste direkt in seinem allerersten Einsatz. Arak, kurzfristig aus dem Tor in den Sturm beordert, erzielte sogar zwei Buden.

 

Obwohl ersatzgeschwächt präsentierte sich auch das B-Team engagiert und warf in seinem grenzenlosen Optimismus alles nach vorne. Hinten halfen Benny "The Wolf" Wulf und der liebe Gott. Um es vorwegzunehmen: Pille Bartsch traf erneut nicht ins Tor und bleibt damit auch in seiner 22.Saison weiterhin ohne Treffer. Dafür zeigte Pille aber eine beachtenswerte Laufleistung, so war sich das Trainerteam einig. Einem 0:0 gegen Herford folgte ein knappes 1:2 gegen Lippstadt. Für die Torfabrik traf Urgestein Matthias Willmes. Umjubelter Siegtorschütze beim anschließenden 1:0 gegen Langenhorst war Tim Sölken. Im letzten Spiel musste sich das ersatzgeschwächte B-Team noch Gütersloh mit 0:2 geschlagen geben.

 

Insgesamt ein gelungener Betriebsausflug der Torfabrik Meschede. Es ist - so wie heute - immer wieder schön, wenn alle Spielerinnen und Spieler etwas gemeinsam unternehmen und zusammen auf Achse gehen können. Möglich gemacht hat das heute übrigens mal wieder die Firma Werner Langer aus Meschede-Berge, die die Kosten für unseren Fanbus über

nommen hat. Unser Dank geht an Geschäftsführer und Torfabrik-Fan Lars. 🖤❤️

 

Der Preis ist heiß!

Die Torfabrik Meschede war bei der HSK-Sportgala zu Gast und erhielt den SPORTSOZIALPREIS der Westfalenpost. Gewürdigt wurde das 25-jährige Engagement, fußballbegeisterten Menschen mit Handicaps eine sportliche Heimat zu bieten.

Bei der HSK-Sportgala werden traditionell und im großen Rahmen die besten Sportlerinnen und Sportler des Hochsauerlandkreises ausgezeichnet. Warum durfte die Torfabrik dann trotzdem dabei sein? Das letztjährige Abschneiden als Tabellenschlusslicht und der Abstieg in die 3.Liga können jedenfalls nicht ausschlaggebend dafür gewesen sein. Ursächlich waren demnach weder der sportliche Erfolg, noch mögliches Mitleid. Die Torfabrik Meschede erhielt den SPORTSOZIALPREIS als Anerkennung dafür, dass sie seit einem Vierteljahrhundert Menschen mit Handicaps eine sportliche Heimat bietet. Seit 25 Jahren! Ehrenamtlich und kostenlos, aber mit maximaler Leidenschaft.

In der mit 500 Gästen restlos ausverkauften Kur- und Konzerthalle präsentierte der Kreissportbund HSK einen tollen Galaabend. Neben den Ehrungen der besten Sportlerinnen und Sportler gab es auf der Bühne immer wieder artistische und sportliche Showacts, so dass die Zeit bis zum großen Auftritt der Torfabrikanten wie im Fluge verging. Die Laudatio auf die Torfabrik hielt Falk Blesken von der Sportredaktion der Westfalenpost und brachte es auf den Punkt: wohltuend anders sei die Torfabrik in ihrer Haltung. Der gute Kern des Fußballs zeige sich dort. Kameradschaft und Zusammenhalt zählen, Werte werden vermittelt. Man hat Spaß am Sport, ohne dass man es bitterernst nimmt. Gewinnen wollen, aber auch verlieren können und dazu das Ganze noch mit Witz und Charme für sich zu nutzen, darin sei die Torfabrik geradezu meisterlich.

Die Funken flogen aus den Pyrokanonen als das Moderatorenteam Nicola Collas und Patrick Feldmann die Torfabrikanten auf die Bühne holte, der Saal kochte. Urgestein und Mannschaftsleader Pille Bartsch, seit Anbeginn für die Torfabrik am Ball, gebührte die Ehre, den SPORTSOZIALPREIS entgegenzunehmen. "Tja, mal wieder keinen Blumenpott gewonnen, aber trotzdem hier", kommentierte der Trainer ebenso süffisant wie stolz. Im Anschluss stand noch ein offizieller Fototermin vor der Sponsorenwand an und die Spielerinnen und Spieler durften noch zwei Bälle signieren. Wobei: ob sie das wirklich durften und sollten, blieb unklar. Sie haben es einfach gemacht.

Dinge einfach zu machen, weil man den Eindruck hat, sie müssten getan werden, war für die Torfabrik stets ein guter Ratgeber. Menschen mit Handicaps die Möglichkeit zu bieten, ohne Leistungsdruck Fußball zu spielen, ohne dafür Geld zu nehmen oder damit Geld zu verdienen und das über ein Vierteljahrhundert so durchzuziehen, ist und bleibt für ein Freizeitprojekt der Behindertenhilfe wohl ziemlich einmalig. Teil eines Teams zu sein, die Identifikation und Gemeinschaft, die Freundschaften, die man schließt und pflegt - darum geht's in erster Linie. Daher ist die Torfabrik Meschede vor allem eines: ein edler Dienst und eine Liebeserklärung an den Fußball, getragen von der Leidenschaft aller Beteiligten. Eine "eigentlich ganz normale" Fußballmannschaft.

25 Jahre Torfabrik: Konzert mit Pace Relaod

Ein weiteres Highlight im torfabrikalischen Jahreskalender zum 25-jährigen Bestehen war das Konzert mit der Southern Bluesrock-Kapelle "Pace Reload" aus Bad Fredeburg. Ob mit Fußball oder Musik - die Torfabrik bringt die unterschiedlichsten Menschen zusammen. Das hat mächtig gerockt und alle hatten mal wieder 'ne Menge Spaß dabei.

Donnerlüttchen! Das war ein Abend! Drei Stunden lang gab's von Pace Reload die volle Breiteseite Southern Bluesrock. Mit einem Sound wie Donnerhall ließen Pace Reload die Mauern der altehrwürdigen "Tröte" beben. In zwei Sets präsentierte das Powertrio eine reichhaltige Auswahl an eigenen Kompositionen, die immer wieder mit Neuinterpretationen und Covern von Genregrößen wie den Allman Brothers oder Gov't Mule garniert wurden. Dass Pace Reload dabei aus Bad Fredeburg und nicht aus Georgia oder Alabama kommen, merkte niemand mehr, der sich mit der Band auf diese musikalische Rundreise durch die Südstaaten begab.

 

Überzeugender kann man seine Musik nicht spielen als Pace Reload es taten. Nicht nur die Virtuosität der drei Musiker beeindruckte, sondern auch die Inbrunst, mit der sie sich dem Southern Rock verschrieben haben. Dennis Koßmann lieferte ein flammendes Gitarrensolo nach dem anderen ab, während André Schneider am Schlagzeug den Takt vorgab und Chris Meier die Songs am Bass nach vorne trieb. Reduziert auf das Wesentliche gelang es Pace Reload, dass - z.B. beim hymnischen "End of the Line" von den Allman Brothers - niemandem die Orgel, ein zweites Schlagzeug oder eine zweite und dritte Gitarre fehlte. Zu dritt so einen dichten Sound zu zaubern, das ist schon wahre Kunst.

 

Kurz vor Mitternacht erst endete der musikalische Roadtrip durch die amerikanischen Südstaaten und hinterließ zufriedene und selige Zuhörer. Das war mal wieder ein denkbar cooler Abend in der schönsten und besten "Tröte" der Welt und eine weitere würdige Veranstaltung im Rahmen der torfabrikalischen Feierlichkeiten zu ihrem 25.Jubiläum.

Heute unbesiegbar

Starke Leistung der Torfabrik beim traditionsreichen Hallenmasters in Lüdenscheid. Ohne Niederlage belegte unsere Delegation aus alten Recken und jungen Wilden den 2.Platz im Gesamtklassement.

Mit Pille Bartsch, Peter Mevi Daniel Möller, Lars Klauke und Matthias Klauke verfügten die Torfabrikanten über die Erfahrung aus insgesamt 92 aktiven Spielzeiten. Hinzu kamen mit Daniel Pilgram, Björn Franke und Neuzugang Kimberly Böse drei unverbrauchte Konditionswunder aus der Abteilung Attacke. Das Trainerteam Jan und Felix, begleitet von Spielervaterlegende Ralf, hatte ein Team zusammengestellt, das zu gefallen wusste.

 

Im ersten Match war die Torfabrik direkt voll auf Sendung und besiegte die AWO Siegen souverän mit 2:0. Die Tore erzielten die beiden Daniels, Pilgram und Möller. Beide Buden wurden gekonnt von Pille Bartsch, dem alten Schlitzohr, aufgelegt. Im Tor stand Torfabrik-Methusalem Peter Mevi, der seinen Kasten mit enormer Präsenz und tollen Reflexen sauber hielt. Einziger, aber großer Wehrmutstropfen: Kimberly bekam mächtig einen auf die Socken, so dass das Turnier für sie bereits nach dem ersten Spiel des Tages gelaufen war. Im St.Walburga Krankenhaus kennt man die Torfabrik ja bereits. Zur Stunde wartet man noch auf die Diagnose.

 

Ohne Neuzugang Kimberly ging es weiter. In Ermangelung von Frauenpower folgten drei Unentschieden. Gegen die WfB Lippstadt erreichte die Torfabrik ein 0:0, wobei man den späteren Turniersieger durchaus an den Rand einer Niederlage brachte. Danach folgte der doppelte "El Classico" des Behindertenfußballs in Südwestfalen. Beim 1:1 gegen die Erstvertretung der gastgebenden ISG Lüdenscheid traf Goalgetter Daniel Möller gleich doppelt. Leider aber einmal ins eigene Tor. Der Zweitvertretung der ISG Lüdenscheid wurde ein weiteres torloses Unentschieden abgetrotzt.

Im Anschluss gab es noch einen spektakulären Elfmeter-Shoot-Out aller Teams und die obligatorische Siegerehrung, nach der sich die Torfabrik unbesiegt auf den Heimweg nach Meschede machte.

"Dit is Fußball!"

Woran merkt man als Westfale, dass der Herbst gekommen ist? Die Bäume verlieren ihre Blätter und, genau, Rot Weiss Ahlen entlässt mal wieder den Trainer. So geschehen mit Coach Andreas Zimmermann, der im November letzten Jahres vom aktuellen Regionalligisten seinen Trainerstuhl vor die Tür gestellt bekam. Das erste "Angebot", das ihm noch am gleichen Tag auf den Tisch flatterte, kam von der Torfabrik Meschede. Und: Zimmermann nahm an!

Die Welt ist nicht gerecht - und die Fußballwelt ist es oft noch weniger. Während sich das Trainerteam der Torfarbik trotz überschaubarem sportlichen Erfolg teilweise seit über 10 oder gar 20 Jahren immer noch fest im Sattel wähnt, reichen im Profifußball schon drei Niederlagen in Folge, um seinen Job zu verlieren. So erging es Proficoach Andreas Zimmermann vom Regionalligisten Rot Weiss Ahlen. Als ehemaliger Zweitligaspieler und Jugendtrainer übernahm "Zimbo", wie er genannt wird, seinen Herzensverein im November 2020 und rettete ihn vor dem Abstieg. In der nächsten Saison wurde er Tabellenzehnter, was schon ziemlich sensationell war, wenn man bedenkt, dass der ehemalige Zweitligist ganze 10 Jahre in einem Insolvenzverfahren feststeckte und jahrelang nur die allerkleinsten Brötchen backen konnte.

 

Und wenn das Geld fehlt, dann geht es auf allen Ebenen halt nur mit viel Herzblut und Leidenschaft. Als langjähriger Sympathisant des kleinen, kämpferischen Clubs aus dem Münsterland war es für Torfabrik-Coach Sebastian dann auch ein echter Schocker, als Amtskollege Zimmermann - jemand, der wie kein Zweiter für eben jenes Herzblut steht - nach zwei Jahren auf dem rot-weißen Trainerstuhl entlassen wurde. Der Zeitpunkt und die Umstände von Zimmermanns Entlassung bedeuteten für den Torfabrik-Coach nicht nur eine erhebliche Erschütterung in seiner Zuneigung zu RW Ahlen, sondern veranlassten ihn auch zu einer umgehenden und gefühlsbetonten Solidaritätsbekundung, die er mit einem "Angebot" verband: für Zimbo wäre immer ein Platz im Trainerteam der Torfabrik frei.

 

Nun ja, ob man's glaubt oder nicht: der ehemalige Profi (Hertha BSC und Union Berlin, SC Paderborn, Rot-Weiß Essen und LR Ahlen) ging nach einer kurzen Orientierungsphase auf das ungewöhnliche Angebot ein! Am vergangenen Montag, 20.Februar war es soweit: Zimmermann übernahm - ehrenamtlich und unentgeltlich - das Ruder bei der Torfabrik Meschede und leitete eine Trainingseinheit. Die Spielerinnen und Spieler waren begeistert und alle packten unter der Leitung des Profitrainers nochmal einige Schüppen drauf.

 

Als Typ "Motivator" bekannt, gelang es Zimbo sofort, die Torfabrikanten mitzureissen. In der zweistündigen Trainingseinheit wurden alle mächtig gefordert, ohne dass dabei der Spaß zu kurz kam. Der Profi zeigte sich dabei überaus tolerant, was die fußballerischen Feritigkeiten der Torfabrikanten anbelangte. "Suuuper, Pille! Schöööön mit der Pike!", fand Zimbo für jeden die richtige Ansprache. Anspornen, loben, Schultern klopfen, abklatschen im Sekundentakt. Gewiss hat Zimbo, der auch bereits den Wuppertaler SV, Rot-Weiß Oberhausen und Carl Zeiss Jena trainierte, schon besseren Fußball gesehen, die bedingungslose Begeisterung der Torfabrikanten überzeugte ihn aber sofort zu 100 Prozent. Mit seiner Art der Ansprache zog Zimbo die Spielerinnen und Spieler immer wieder in seinen Bann. Nach einem spaßigen Aufwärmprogramm wurden die Technik geschult und in verschiedenen Übungsformen Torschabschlüsse trainiert. Den Keepern Junes und Tim glühten mächtig die Pfoten.

Dabei stellte sich Zimmmermann als gelernter Innenverteidiger selbst als Gegenspieler zur Verfügung, den es auf dem Weg zum Torerfolg zu überwinden galt. Der Hinweis des Trainerteams "Vorsicht, Leute! Der Mann hat in seiner Karriere 42 gelbe Karten und 7 Platzverweise kassiert", prallte an den Torfabrikanten ab. Mittelfeld-Maradonna Fabian gelang sogar ein Beinschuss, was Zimbo glücklicherweise sportlich unbeantwortet ließ. Immer wieder ging er mit den Torfabrikanten in den Clinch. Die Zweikampfbereitschaft Zimmermanns erstaunte. "In all den Jahren sind wir noch nie auf die Idee gekommen, unseren Spielern von hinten unter die schwitzigen Achseln zu greifen", zeigte sich das Trainerteam ungläubig.

 

Eine gut gemeinte Mahnung, die der gebürtiger Berliner Zimmermann einfach wegwischte: "Ach, dit is Fußball, wa." Ein toller Tag mit einem tollen Typen, der allen einen Mordsspaß bereitet hat. Wenn nicht bald ein internationaler Topclub bei Zimbo anklingelt, was ihm die Torfabrikanten zum Abschied alle herzlichst wünschten, ist eine Wiederholung definitiv nicht ausgeschlossen.

 

 

"Ein Tag ohne Fußball ist ein verlorener Tag"

Mit dieser durchaus streitbaren These, einem Zitat von Trainerlegende Ernst Happel, begrüßte die Torfabrik ihre rund 80 Gäste. Zum Auftakt ins Jubiläumsjahr lud man zur "Pressekonferenz" ein, um Mannschaft und Fans auf die nahe Zukunft einzuschwören.

Der Bürgertreff "Campus" war mehr als gut gefüllt, die Fans hatten mächtig gute Laune und waren gespannt, was da wohl kommen möge. Zu Beginn warnte die sportliche Leitung noch vor den Gefahren sowie möglichen Auswirkungen von Pressekonferenzen und nannte Beispiele: Trapattoni, Barschel, Schabowski, TicTacToe. Dass die Pressekonferenz zwischenzeitlich kurz vor dem Abbruch stand, lag jedoch einzig daran, dass der Moderator sich im Überschwang der Gefühle behände ein frisches Veltins über das Notebook goß. Mit Überraschungen musste gerechnet werden, das kündigte die sportliche Leitung schließlich schon an.

 

Ein "eigentlich ganz normaler" Fußballverein

 

Mit einem Schulterblick zurück auf die 25-jährige Wegstrecke lässt sich festhalten: aus der Fußball-AG eines Behindertenwohnheims ist längst ein "eigentlich ganz normaler" Fußballverein geworden, eine Institution. Das zeigte nicht nur die Resonanz des geneigten Fußballvolkes, sondern auch die Besetzung des Podiums: mit Pille Bartsch, Matthias Willmes und Peter Mevi saßen die drei alten Recken vorne, die schon von Anfang an dabei und immer noch aktiv sind. Als "drei alternative Helden des Fußballsports, deren Namen jeder echte Fan kennen sollte", wurde das torfabrikalische Dreigestirn für seine Treue entsprechend gewürdigt.

 

Zu Beginn stand ein Resümee der fußballfreien Zeit während der Corona-Pandemie. Drei entbehrungsreiche Lockdowns und drei fulminante Comebacks später muss man feststellen: der Leidenschaft hat das keinen Abbruch getan. Vielmehr wurde in dieser Zeit hinter den Kulissen ebenso kräftig wie erfolgreich an mancher Stellschraube gedreht. Aus staubiger Asche kommend wurde der heilige Rasen des Dünnefeldstadions zur neuen Trainingsstätte der Torfabrik. Hatte man früher weder Umkleide, Unterstand oder gar Duschen und Toiletten, gibt es heute fließendes Wasser - sogar warmes - und behindertengerechte Sanitäranlagen nebst überdachter Sitzplatztribüne. Im Winter trainiert man nun in der Doppelturnhalle vom August-Macke-Schulzentrum und freut sich auch dort über den Zugewinn an Platz und Komfort. Für torfabrikalische Verhältnisse zwei echte Quantensprünge.

 

Auch in punkto Sponsoring katapultierte man sich in vollkommen neue Dimensionen, was sich nicht nur in einem neuen Trikotsatz, sondern auch in der Anschaffung weiterer Teambekleidung und identitätsstiftender Accessoires niederschlug und nun sogar in der Eröffnung eines eigenen, bundesligareifen Fanshops mündete. Erstmals in einem Vierteljahrhundert konnte die sportliche Leitung darum auch ruhigen Gewissens einen Finanzbericht veröffentlichen. Im Vergleich zu manch populärem Konkurrenzverein steht die Torfabrik nämlich geradezu blendend da, was kurzerhand die Frage aufwarf, ob man nicht vielleicht den FC Schalke 04 übernehmen könne. Was allerdings keine Mehrheit fand.

Torfabrik verpflichtet Profitrainer Zimmermann

 

Bei der vollumfänglichen Vorstellung des aktuellen Kaders mit allen 35 Spielerinnen und Spieler kochte die Stimmung im "Campus" dann gänzlich über. Jede Spielerin und jeder Spieler wurde einzeln präsentiert und abgefeiert. Immer wieder griffen die Aktiven dabei selbst zum Mikrofon und stachelten ihre Fans zusätzlich an.

 

Und doch brach der aufgebaute Spannungsbogen erst vollends, als die sportliche Leitung einen neuen Trainer präsentierte. Nach einer 3:18-Niederlage gegen die C-Juniorinnen des FC Remblinghausen nur wenige Tage vor der Pressekonferenz, kündigte das Trainerteam nämlich anstandshalber - vorerst für die Dauer einer zweistündigen Trainingseinheit - seinen Rücktritt an. Ein ehemaliger Profifußballer, der den Torfabrikanten "mal kräftig in den Hintern treten wird", wurde den Spielerinnen und Spielern übergangsweise als Nachfolger angekündigt.

 

Begeisterung brach sich ihre Bahn, als die Katze dann endlich aus dem Sack gelassen wurde: Am 20.Februar übernimmt Andreas "Zimbo" Zimmermann bei der Torfabrik - vorübergehend und ehrenamtlich - das Ruder. Der Ex-Profi (Hertha BSC, Union Berlin, SC Paderborn, RW Essen, LR Ahlen) und Trainer (u.a. RW Oberhausen, Wuppertaler SV, Carl Zeiss Jena, RW Ahlen) soll die Torfabrik für die anstehende Saison im Behindertensportverband ordentlich auf Vordermann bringen, so der Auftrag an den neuen und ultimativen Hoffnungsträger.

 

Mit zwei Mannschaft im Ligabetrieb

 

Anschließend präsentierte die Vereinsführung die zahlreichen geplanten Aktivitäten im Jubiläumsjahr. Mit zwei Mannschaften geht man wieder im Ligabetrieb des Behindertensportverbandes ins Rennen. Das A-Team darf sich auf eine spannende Saison in der 3.Liga und die traditionsreichen Duelle gegen die Teams aus Lüdenscheid, Lippstadt und Dülmen freuen. Das B-Team tritt in der sogenannten "Freundschaftsrunde" an und richtet dort im September auch einen eigenen Spieltag in Meschede aus.

 

Da nicht alle Vereine und Institutionen die Corona-Pandemie so schadlos weggesteckt haben wie die Torfabrik, befindet sich der organisierte Spielbetrieb in Westfalen zurzeit noch im Wiederaufbau. Als Staffelleitung in Liga 3 und als Ausrichter in der Freundschaftsrunde übernimmt die Torfabrik im Behindertensportverband auch weiterhin Verantwortung, um das organisierte Fußballspielen für Menschen mit Behinderungen in Westfalen möglich zu machen.

 

Zum Dülmener Budenzauber am Samstag, 04.März und zum Spieltag in Lippstadt - vorraussichtlich im Mai - werden wieder Fanbusse eingesetzt. Noch nicht alle Spieltage sind bis dato abschließend terminiert. Von Donnerstag, 08.Juni bis Sonntag, 11.Juni geht's in ein viertägiges Trainingslager nach Hattingen.

 

Inklusion einfach einfach machen

 

Doch nicht nur auf dem grünen Rasen werden es die Torfabrikanten richtig krachen lassen, sondern auch auf dem gesellschaftlichen Parkett stehen verheißungsvolle Events und Partys an. Neben viel Fußball wird auch viel Musik im Jubiläumsjahr drin sein und die Torfabrikanten mit vielen unterschiedlichen und netten Menschen zusammenbringen.

 

"Was der Fohlenelf in den 70er Jahren Günter Netzers Diskothek 'Lover's Lane' oder den Profis des FC Bayern das 'P1', ist für die Torfabrik Meschede das Musiklokal 'Tröte'", so der Coach. Dort veranstaltet die Torfabrik am Samstag, 15.April ein Konzert mit der Band "Pace Reload" und präsentiert Southern Bluesrock vom Feinsten. Am Freitag, 16.Juni sind im Rahmen des "Colors of Rock"-Open-Air-Festivals u.a. "The Argies", eine wilde Punkrock-Combo aus Argentinien, in Meschede zu Gast und auch die Torfabrikanten in erster Reihe mit dabei.

 

Höhepunkt des Jahres wird am Samstag, 26.August die Jubiläumsgala "25 Jahre Torfabrik" in der Mescheder Stadthalle. Eine fette Rockfete mit Livemusik von der großartigen "Andreas Diehlmann Band". Mit einer hochqualifizierten Mischung aus Rock'n'Roll, Blues und Boogie werden die deutschlandweit geschätzten Gewinner des "German Blues Award" dafür sorgen, dass garantiert kein Fuß mehr still stehenbleibt.

Den Mescheder Kulturbetrieb inklusiver zu machen, ist abseits des Fußballplatzes das Ziel, mit dem die Torfabrik in ihrem Jubiläumsjahr antritt. Als Partner dafür konnte man den Werkkreis Kultur gewinnen, der seit über vier Jahrzehnten für Konzerte, Theater und Kabarett in Meschede verantwortlich zeichnet. "Inklusion einfach einfach machen", lautet dabei das Credo der Torfabrik, die ihre Aktivitäten in diesem Jahr in den besonderen Kontext der Special Olympics Weltspiele und des Hosttown Programms der Stadt Meschede setzt. Hierzu werden im Mai und Juni weitere Veranstaltungen stattfinden, die auf die Begeisterung und Leistungsfähigkeit von Menschen mit Behinderungen im Sport aufmerksam machen und für deren gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben werben.

 

Davor, dazwischen und danach gibt's erwartbar viel Fußball. Das Jubiläumsjahr wird beschlossen durch die Veröffentlichung einer Festschrift, mit der im Herbst diesen Jahres gerechnet werden darf und die von der Vereinsführung schon jetzt als "Kampfschrift gegen den modernen Fußball" angekündigt wurde.

 

Wahl des offiziellen Teamgetränks

 

Zum Abschluss der Veranstaltung stand die traditionelle Wahl des "Offiziellen Teamgetränks" an, über das alle Anwesenden abstimmen durften. Bei zwei alternativen Vorschlägen - Erdinger Hefeweizen (1 Stimme) und Wasser (1 Stimme) - obsiegte erneut der bisherige Getränkepartner aus dem Stadtgebiet (ca. 78 Stimmen). Im 14.Jahr in Folge ist somit Veltins das offizielle und demokratisch gewählte Teamgetränk der Torfabrik Meschede. Und das ist ausnahmsweise mal keine Überraschung.

3:18 gegen die Wildsauelf

Was Fußballexperten von Blüggelscheidt bis Mosebolle bereits befürchtet hatten, wurde zur sportlichen Gewissheit: die Gegnerin war besser! Auch eine avantgardistische Taktik - ohne Abwehr, dafür aber mit zwei Torhütern aufzulaufen - führte die Torfabrik Meschede nicht zum gewünschten Erfolg. Das große Spektakel endete mit einer 3:18-Niederlage, die selbstverständlich unbeschwert gefeiert wurde.

Zu Spielbeginn sah es knapp drei Minuten lang noch nach einem typischen 0-0-Spiel aus. Hochmotivierte 17 Spielerinnen und Spieler aus dem B-Team der Torfabrik traten gegen die 13- bis 15-jährigen C-Juniorinnen des FC Remblinghausen an. Ein eigentlich unvergleichlicher Vergleich. Die Wildsauelf ließ dabei wenig Milde walten und erzielte ein Tor nach dem anderen. Statistisch gesehen alle zweieinhalb Minuten schlug es im Kasten der Torfabrik ein. Klar wie Klärchen: diese Niederlage wurde durch strategische Fehleinschätzungen des Trainerteams erheblich begünstigt.

 

Durch den Ausfall von Abwehrchef Kevin Fosu - dem einzigen überhaupt vorhandenen Abwehrspieler im B-Kader - erschien dem Trainerteam eine  Blitzumschulung der verbleibenden 14 Offensivgeister nahezu aussichtslos. Folglich wurde ohne Abwehr gespielt, was nicht nur konsequent, sondern auch töricht war. Da half selbst die Erfahrung der Torfabrik-Kapitäne Matthias Willmes und Pille Bartsch nicht viel, obwohl beide dank ihrer seit 25 Jahren andauernden aktiven Karriere mit allen Wassern gewaschen sind.

 

Hinzu kam, dass die ursprüngliche Einladung zum sportlichen Vergleich schon ziemlich genau drei Jahre alt ist, dieser bisher jedoch aus Gründen nicht stattfand. In diesen drei Jahren ist beim Gegner aus einer Rotte possierlicher Frischlinge mittlerweile ein gut eingespieltes Team heranwachsender Wildsäue geworden, das die Torfabrikanten mit wenig Mühe an die Wand spielte. Hätte das Trainerteam ja vielleicht ahnen können, dass die Gegnerinnen mittlerweile zwei Köppe größer und spielerisch um Welten besser geworden sind.

 

Zwar konnte die Torfabrik in den letzten Monaten die Frauenquote ihrerseits deutlich erhöhen, die  100%  der Wildsauelf erreicht sie aber längst noch nicht. Neben Sandra Linke, Diana Löer und Lena Seemann präsentierten sich erstmals auch die beiden Neuzugänge Kimberly und Carina im schwarz-roten Trikot der Torfabrik. Mit Tim Schröder zwischen den Pfosten bot man einen Mann auf, den nichts aus der Ruhe bringen kann. Abwechselnd mit Junes Beule hielt er, was zu halten war. Besonders Junes wuchs in vielen Situationen über sich hinaus, hechtete jedem Ball hinterher und lieferte ein tolles Spiel ab. Jede Parade wurde gefeiert wie ein eigenes Tor.

 

Gegen Ende der Partie standen beide Torhüter dann sogar gemeinsam im Kasten, was die Flut an Gegentoren aber auch nicht stoppen konnte. Nachdem zuvor bereits die Anzahl der Feldspieler - mehr oder weniger heimlich - aufgestockt wurde, wechselte das Trainerteam kurz vor Spielschluss den gesamten Kader ein. Das wurde von den hellwachen Gegnerinnen jedoch sofort bemerkt und mit gleicher Münze zurückgezahlt, so dass sich auf dem Feld ein furioses Finale mit allen 30 Aktiven einstellte. Ein fulminantes 3:18 stand am Ende auf dem Tableau. Statt die Wildsau zu erlegen, wurde man von ihr über den Haufen gerannt.

 

Die zahlreichen Zuschauerinnen und Zuschauer aus beiden Fanlagern folgten dem turbulenten Geschehen auf dem Platz begeistert und machten mächtig Stimmung. Denn: die drei erzielten Tore der Torfabrik feierten Mannschaft und Fans wie drei Siege. Zweimal netzte Tim Sölken ein, eine Bude machte Daniel Pilgram. Mit unermüdlichem Kampfgeist stemmte man sich gegen die Niederlage, doch letztlich war gegen die sehenswerten Spielzüge und den Torhunger der Wildsauelf kein Kraut gewachsen. Dass der engagierte Basti Bach noch einen Elfer für seine Farben versemmelte, fiel dabei nicht groß ins Gewicht. Alle haben ihr Bestes gegeben und manchmal muss das halt auch genug sein. Nach dem Spielende gab es noch einige Kaltgetränke und einen gut gelaunten Austausch zwischen Spielern und Fans.

The next level - hier kommt unser Fanshop!

Es ist soweit: die Torfabrik feiert in diesem Jahr ihr 25-jähriges Bestehen und katapuliert sich auf das nächste Level. Zum Beispiel mit ihrem neuen Fanshop www.torfabrik-meschede.fan12.de

Dank unseres äußerst sympathischen Partners Fan12 aus Oldenburg bieten wir euch ab sofort ein riesiges Sortiment an Bekleidung und Fanutensilien, das euch das Bekenntnis zu eurer Lieblingsmannschaft in Zukunft noch leichter macht.

Unser Fanshop steht dem eines Proficlubs dabei in nichts nach: von Hoodies, T-Shirts, Trikots und Jacken über Rucksäcke, Mützen und Tassen bis hin zu Grillzangen, Regenschirmen und Handyhüllen ist alles dabei, was das Fanherz begehrt. Und noch vieles, vieles mehr.

Das Beste: für jeden getätigten Kauf erhält die Torfabrik eine Provision von 10% des Einkaufswerts, den sie ihrerseits in Trainingsequipment und Teambekleidung investieren kann. Also, macht Platz in eurem Kleiderschrank und unterstützt die Torfabrik.

Den Start versüßen wir euch mit einem Rabatt von 15% auf jeden gekauften Artikel. Der Rabatt ist bis zum 19.Januar gültig. Dazu einfach bei der Bestellung den Gutscheincode "start15-20347" eingeben. Hier geht's zum Fanshop: www.torfabrik-meschede.fan12.de

PS: In den Fotos seht ihr nur eine kleine (!!!) Auswahl der gesamten Produktpalette.

Der gute Kern des Fußballs

Monstermäßiger Artikel der Westfalenpost in der Abteilung "Sauerlandsport". Keine Frage, dass wir dem Fußballolymp damit einen guten Schritt nähergekommen sind. Den vollständigen Artikel (ohne Bezahlschranke) findet ihr hier.

Das Beste kommt zum Schluss

Das Beste kommt bekanntlich zum Schluss. Und somit endet dieses Jahr für die Torfabrikanten mit einer tollen, faustdicken Überraschung.

 

Da für die meisten Mescheder die Welt ja hinter Kötten-Olpe bereits zuende ist, nahm niemand von uns vom denkbar spektakulären Verlauf des WM-Tippspiels der Westfalenpost Arnsberg Sundern Notiz. Insgesamt 47 Teams nahmen an diesem Tippspiel teil, in dessen furiosem Finale sich schließlich Frankreich und Argentinien auf dem Platz bzw. die Alten Herren des TuS Bruchhausen und die Bökelbergstürmer, dem hiesigen Fanclub von Borussia Mönchengladbach, beim Tippen gegenüberstanden.
Dieses Herzschlagfinale entschieden die Bökelbergstürmer hauchdünn für sich und erzielten insgesamt 1.856 Punkte. Neben dem Zugewinn an Ruhm und Ehre ergab sich der Reiz des Tippspiels besonders daraus, dass durch die Unterstützung der Sponsoren Volksbank Sauerland, der Brauerei Veltins und der Fleischerei & Partyservice Veh die erspielten Punkte in einem 1:1-Wechselkurs in Euro umgewandelt wurden.
An dieser Stelle kam dann unerwartet unsere Torfabrik ins Spiel. Denn eines der rund 200 Fanclub-Mitglieder ist nämlich unser Spieler Tim Sölken, der regelmäßig mit den Bökelbergstürmern auf Tour geht und seine heißgeliebte Borussia unterstützt. Und da dachten sich die siegreichen Bökelbergstürmer, dass es wohl eine gute Idee sei, ihren geldwerten Gewinn Tims Mannschaft zur Verfügung zu stellen.

 

In der alten Synagoge in Neheim fand nun der Empfang der vier Halbfinalisten statt, zu dem auch eine Delegation der Torfabrik eingeladen wurde. Außenstürmer Tim Sölken und Mittelfeldkampfmaschine Basti Bach, als Tims bester Kumpel, vertraten unsere Farben dabei ebenso souverän wie würdig. Der Tippspielleiter der Bökelbergstürmer Andre Schröder fasste die Motivation seiner Truppe dabei in sehr netten Worten zusammen: "Die Leidenschaft und Freude, die in der Torfabrik und ihrem Umfeld für den Fußball besteht, ist unbeschreiblich und sehr erhellend. Wir möchten mit der Spende den Zusammenhalt anerkennen und das Vereinsleben der Torfabrik Meschede unterstützen und fördern.“

 

Auch unser Coach durfte sich in einer kurzen Vorstellung seiner Mannschaft versuchen und kündigte an, diesen höchsten jemals erhaltenen Spendenbetrag für die zahlreichen Aktivitäten im anstehenden 25.Jubiläumsjahr mehr als gut gebrauchen zu können, bedankte sich bei den Spendern und Sponsoren und erklärte seine Mannschaft kurzerhand zum "moralischen Sieger der WM in Qatar". Wer den guten und wahren Kern des Fußballs suche, der finde ihn bei der Torfabrik.

 

Moralische Sieger waren übrigens auch die im Tippspiel-Finale unterlegenen Alten Herren des ruhmreichen TuS Bruchhausen. Die grämten sich ihrer Niederlage nämlich nicht, sondern freuten sich über die gewonnene Grillparty für den Zweitplatzierten und stockten den "krummen" Gewinnbetrag der Bökelbergstürmer ihrerseits sogar noch auf runde 2.000 Euro auf, um ihren Teil zur Unterstützung der Torfabrik beizutragen. Wir sind hin und weg und bedanken uns bei allen Freunden, Fans und Förderern. Man sieht sich im neuen Jahr!

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Inklusion mit Hand und Fuß

Ja, Sack Zement! Was war das denn bitteschön für ein geiler Ausflug??! Die Torfabrik Meschede war im Rahmen ihrer Dorfplatz-Tournee zu Gast bei TuRa Freienohl und den Handballern der SG Ruhrtal. Der Auftrag der torfabrikalischen Mission, auf die Begeisterungs- und Leistungsfähigkeit von Menschen mit Behinderungen im Sport aufmerksam zu machen, wurde voll erfüllt. Viele nette Begegnungen, neue Freunde und jede Menge Tore machten diesen Betriebsausflug zu einem tollen Erlebnis.

Mit einer großen Entourage von 26 aktiven Spielerinnen und Spielern plus Trainerteam plus zahlreichen Fans ging es in die Freienohler Sporthalle zu einem Match gegen ein Allstar Team des dort beheimateten Turn- und Rasensportvereins von 1888. Die kleine Halle platzte aus allen Nähten. So viele Fans und Gäste hatte wohl niemand erwartet. Die Stimmung war bombig und es gelang den Torfabrikanten schnell, die Sympathien auf ihre Seite zu ziehen. Jede Aktion der Torfabrikanten wurde begeistert abgefeiert und jeder durfte zeigen, was er - oder sie! - auf dem Kasten hat. Die Tore fielen wie am Fließband, so dass es nicht lange dauerte, bis Mannschaften und Fans den Überblick über den Spielstand verloren. Es ging hoch und runter, im Kessel brodelte es gewaltig. Am Ende der Partie schickten beide Teams sämtliche Aktive aufs Feld, was zu einem anarchischen und furiosen Finale führte. Letztendlich einigte man sich nach rund einer Stunde Spielzeit auf ein 12:12-Unentschieden. Auf Seiten der Torfabrik erzielte Allrounder Daniel Möller mit vier Buden hintereinander einen historischen Hattrick Deluxe. Auch die Damenabteilung überzeugte: Lena Seemann, Didi Löer und Sandra Linke, sie alle trafen. Für das TuRa-Allstar-Team stand übrigens auch Meschedes Bürgermeister Christoph Weber auf dem Feld und knipste sogar doppelt.

Lässig am Pfosten lehnend überließ er dem einfachen Volk die Arbeit, um dann nur noch den Ball über die Linie stochern zu müssen und den Ruhm einzuheimsen. "Typisch Politiker", hörte man aus den Reihen der Zuschauer und der Torbarik-Coach fügte im Zwiegespräch hinzu: "Wenn Sie wollen, dass nach Ihnen mal eine Straße benannt wird... so wird das höchstens 'ne Sackgasse." Die Entscheidung über den Anbau eines Rathausbalkons, den die Torfabrik schon lange für ihre diversen Feierlichkeiten fordert, wird aufgrund des Unentschiedens jedenfalls erstmal vertagt. Anerkennend muss man aber sagen: der Bürgermeister und die Stadt Meschede meinen es ernst mit der Inklusion. Nach dem Match gab es noch das ein oder andere Fläschchen Bier und viele gegenseitige Schulterklopfer.

Nach diesem denkbar spektakulären Spiel war aber noch lange nicht Schluss. Mit dem Bus ging es über den Berg nach Oeventrop, wo die Torfabrikanten auf Einladung der SG Ruhrtal zum Spitzenspiel der Handball-Landesliga eingeladen waren. Für viele Torfabrikanten war es das erste Handballspiel überhaupt, das sie live erlebten - und alle waren hochgradig begeistert. Bereits beim Pre-Match der 2.Mannschaft sprang der Funke auf die Torfabrik über, die die SG Ruhrtal lautstark unterstützte. Auch die Erstvertretung war im Anschluss siegreich und fidelte als Tabellenführer den Zweitplatzierten aus Hagen locker und souverän ab. In der Ruhrtalhalle kochte die Stimmung über, wozu begeisterte Torfabrikanten ihren Teil beitrugen. 

Nach dem Spiel kam es noch zum Shakehands mit den Spielern und vielen anerkennenden Worten. Zum gemeinsamen Foto mussten die Torfabrik-Spieler erstmal wieder alle zusammengetrommelt werden, da die ersten bereits begonnen hatten, mit einem Rudel Ruhrtal-Kids Handball zu spielen. Mit dem Versprechen, beim nächsten Torfabrik-Training erstmal mit einer Partie Handball zu beginnen, konnte das Trainerteam seine Mannschaft wieder in die Spur bringen. Mitgenommen wurde auf jeden Fall die Erkenntnis, dass sich Fußballer in punkto Einsatz und Fairness von den Handball-Kollegen eine große Scheibe abschneiden können. Kein Lamentieren, kein Diskutieren mit dem Schiri, keine Schauspielerei, kein Wehklagen, sondern fairer Sport bei größtmöglichem Einsatz. Ein toller Tag und die allerbeste Alternative zur Fußball-WM in Qatar und solch wehleidigen Millionarios wie Neymar und Co. Dass dieser Ausflug alsbald eine Wiederholung finden soll, da waren sich alle einig.

Die Torfabrik Meschede bedankt sich bei allen, die diesen tollen Tag organisiert und möglich gemacht haben, egal ob auf dem Feld oder hinter den Kulissen. Gemeinsam haben wir ein starkes Zeichen für Inklusion in unserer schönen Heimatstadt gesetzt!

Torfabrik on tour

Wer sind eigentlich die "Marionettenspieler" im Hintergrund der Torfabrik Meschede? Kein milliardenschwerer Scheich oder Oligarch, nein, die Convida gemeinnützige GmbH leistet sich diesen exklusiven Luxus einer eigenen Fußballmannschaft. Als anerkannter Träger der freien Jugendhilfe und Wohlfahrtspflege sorgt Convida dafür, dass bei der Torfabrik - zumindest außerhalb des Platzes - alles in geregelten Bahnen verläuft. Die Mitarbeiter von Convida betreuen die Mannschaft ehrenamtlich in ihrer Freizeit, so dass das "Projekt Torfabrik" offen und kostenlos für alle sein kann und damit in der Behindertenhilfe wohl ziemlich einmalig ist. Warum das so funktioniert? Weil bei Convida ein paar "Verrückte" am Werk sind, die den Fußball wirklich lieben. Und weil man sich nicht immer zuerst fragt, was etwas kostet oder was etwas nützt. Manche Dinge müssen einfach getan werden, weil sie eben wichtig sind.
Auch sonst bietet Convida den Torfabrikanten abseits des Fußballs manch schönes Gemeinschaftserlebnis. Viele Torfabrikanten nehmen an den Reisen für Menschen mit Behinderungen teil, die Convida u.a. anbietet. Mal segelt ein Teil der Mannschaft ein Plattbodenschiff über das Ijsselmeer, mal urlaubt man gemeinsam am Strand, entdeckt interessante Orte, erforscht Höhlen und Verliese, besteigt Burgen und Leuchttürme, besucht einsame Inseln, Konzerte, Musicals und Museen, den Landtag oder auch mal den Atombunker der Bundesregierung. Convida bietet den Torfabrikanten eine Erlebnisvielfalt, die die Mannschaft formt und zusammenschweißt. Ein Miteinander, in dem Freundschaften entstehen und wachsen können, weil dort jeder so sein darf wie er ist.
Eine besondere Tour mit Convida fand übrigens in der letzten Woche statt. Die Torfabrik-Spieler Tim, Basti, Björn, Samuel, Martin, Dustin, Terry und nochmal Tim nahmen an einer Bildungsreise mit dem Titel "König Fußball regiert die Welt" teil. In Kooperation mit dem Heinz-Kühn-Bildungswerk wurde daraus eine anerkannte Veranstaltung der Erwachsenenbildung. Inhaltlich beschäftigten sich die Torfabrikanten kritisch mit der anstehenden Fußball-WM in Qatar, den Umtrieben des modernen Fußballgeschäfts und dem Thema Inklusion im Sport. Highlights waren dabei zweifellos die exklusiven Einblicke hinter die Kulissen des Profifußballs. Beim Bundesligisten Borussia Mönchengladbach schauten unsere Jungs beim Training zu und trafen Torwartlegende Uwe Kamps. Bei einer spannenden Stadionführung gab's ein Meet & Greet mit dem Sauerländer Stammesbruder Sascha Eickel. Gekrönt wurde die Woche von einem Besuch beim abendlichen Flutlichtspiel gegen den VfB Stuttgart, wo die Torfabrikanten einen 3:1-Sieg der Fohlen-Elf feiern durften. Hatte die Elf vom Niederrhein bisher lediglich zwei hartgesottene Fans in den Reihen der Torfabrik, sind es jetzt definitiv ein paar mehr geworden.

Unterstützung für die Torfabrik

Überraschungsbesuch beim Training: unsere Freunde von der schwedischen Punkrock-Kapelle Jake & The Jukeboxguys sind in dieser Woche mal wieder in Meschede zu Gast. Bandleader Jake Olsson und Schlagzeuger Björn Samström ließen diese Gelegenheit nicht ungenutzt und überzeugten sich bei einer kleiner Stippvisite vom allgemeinen Zustand ihrer Lieblingsmannschaft. Die Band, die aus Uppsala nördlich von Stockholm stammt und sich mit ihren zahlreichen Auftritten in Meschede viele Freunde gemacht hat, überreichte der Torfabrik eine Spende in Höhe von 600 Euro, die Starspieler Pille Bartsch stellvertretend für sein Team entgegennahm. Die Spende stammt aus der Einnahme vom fulminanten Open-Air-Konzert der Jukeboxguys, das im Mai in der Spielmannsklause stattfand.
Auch das Stadtmarketing Meschede hat uns unlängst beim Training besucht und den Torfabrikanten eine Spende über 200 Euro übergeben. Die Einnahmen stammen aus dem Seifenkistenrennen, dass im Rahmen des letzten Stadtfestes stattfand. Wir sagen verspätet, aber artig ein Dankeschön! Und noch eine weitere Zuwendung hat die Torfabrik in den letzten Tagen erhalten. Deren Ursprung ist im Grunde genommen aber eher trauriger Natur. Bereits vor einigen Monaten ist die Oma von Abwehrspezialist Lars Klauke, dem "Schwarzen Fuß von Bödefeld", verstorben. Oma war Lars' größter Fan und unterstützt Enkelsohn und Torfabrik nun sogar nach ihrem Ableben nochmal mit einer Spende. Vor allen Unterstützern, egal ob im Diesseits oder Jenseits, ziehen wir unseren Hut und bedanken uns ganz herzlich. Wie immer versprechen wir, dass jeder Euro direkt der Mannschaft zugute kommt.

 

Heiter bis wolkig

Der FC St.Pauli fertigt die Bayern ab und gewinnt das betriebsinterne Blitzturnier. Ansonsten gab's Regen, Schweiß und gute Laune. Auf der Tribüne wurden keine Bengalos, sondern der Grill angezündet Emotionen respektieren und 'ne Bratwurst schnabulieren!

Geplant war eigentlich ein Pokalspiel unseres B-Teams gegen einen befreundeten Gegner aus Westfalen. Fiel dann leider aus, weil kein Gegner von gleichem Kaliber aufzutreiben war. Stattdessen traf man sich zu einer Extraschicht und einem betriebsinternen Blitzturnier. Die unsichere Wetterlage hielt den ein oder anderen Schönwetterfußballer offenbar von der Teilnahme am Sondertraining ab, so dass gerade mal die Hälfte aller etatmäßigen Spielerinnen und Spieler den Weg ins Dünnefeldstadion fand. Die, die sich trotz des immer wieder einsetzenden Regens ins Zeug legten, kassierten dann auch ein berechtigtes Extralob und gaben richtig Gas. Zu Beginn gab's eine ausgiebige Trainingseinheit, in der Ballbehandlung, Koordination und Passspiel geschult wurden.

 

Das Blitzturnier gewann die Fanmannschaft des FC St.Pauli. Beim leistungsgerechten 1:1 gegen Borussia Dortmund erzielte "Zauberfuß" Fabian Hallmann mit einen Lupfer aus 20 Metern ein absolutes Traumtor. Der kurzfristig vom FC Schalke verpflichtete Benjamin Wulf konnte kurz vor Schluss noch den Ausgleich markieren. Bemerkenswert: konnten die Schalker in den vergangenen Jahrzehnten stets in Mannschaftsstärke antreten, war "Benny the Wolf" als einzig anwesender Fan der Königsblauen allein auf weiter Flur. Für das Team des FC St.Pauli war diese Verpflichtung allerdings ein echter Glücksgriff.

 

Benny, eigentlich Stürmer im B-Team, lief dabei zur Hochform auf und knipste im nächsten Match sogar doppelt. Der FC St.Pauli besiegte in einem packenden Match die bärenstarke Mannschaft des FC Bayern sensationellerweise mit 3:1. "Zieht den Bayern die Lederhosen aus", schallte es von der Tribüne. Trotzdem: mit den 16-jährigen Jungspunden und Bayern-Fans Sameer Feldbusch, Hannes Kersenbrock und Kevin Edeler stand dabei die Zukunft der Torfabrik auf dem Platz. Was das bajuwarische Dreigestirn auf dem Kasten hat, bewies es dann im nächsten Spiel. Zwischen dem BVB und den Bayern ging es hoch und runter, bis Sameer der Borussia wenige Sekunden vor Schluss doch noch das 1:0 einschenkte.

Großen Applaus gab's für Allrounder Daniel Fern, der nach seinem Wadenbeinbruch Anfang Mai zumindest als Zuschauer wieder  dabei war. Zwar immer noch mit Schiene und immer noch nicht ganz schmerzfrei, kann Daniel aber wieder an den Veranstaltungen der Torfabrik teilnehmen. Nach Monaten im Krankenstand und in der Wiedereingliederung kann Daniel mittlerweile wieder am Arbeitsleben teilnehmen. Wer Hoffnung auf Daniels sportliches Comeback hatte, wurde jedoch enttäuscht. Daniel wird nach seiner schweren Verletzung nie wieder für die Torfabrik Meschede auf dem Platz stehen können. Trotzdem war die Freude über das Wiedersehen groß und das Trainergespann versprach, für Daniel in Zukunft eine andere Rolle im Umfeld der Mannschaft zu finden.

 

Der Trainingstag endete mit einer zusätzlichen Einheit am neuverpflichteten Schwenkgrill, der unter dem Stadiondach entzündet wurde. Qua Amt von "Natural Born Griller" und Spielervater Ralf bedient und verpflegt, freuten sich die Torfabrikanten über einen regnerischen, aber ansonsten rundum gelungenen Tag.